Max Kruse erzielte sein viertes Tor für Union. imago-images/Uwe Kraft

Manche Rekorde sind dann offenbar doch für die Ewigkeit. So wie der Elfer-Rekord von Hans-Joachim Abel, der in der Bundesliga 16 Mal antrat und 16 Mal traf. Den Rekord, den Unions Max Kruse beim 5:0 gegen Bielefeld einstellte, hätte er im Spiel gegen den 1. FC Köln übertrumpfen können. Doch es kommt, wie es kommt: Erstmals in seiner Bundesliga-Karriere scheitert Kruse - und trifft für die Eisernen doch zum Sieg. Mit 2:1 (1:1) besiegen die Köpenicker die Hausherren, rücken wieder auf Rang fünf vor und sind seit sieben Spielen ungeschlagen.

Urs Fischer versuchte erst gar keine Experimente gegen die Geißböcke und setzte stattdessen auf die Mannschaft, die im Großen und Ganzen zu erwarten war. Taiwo Awoniyi ersetzte den verletzten Joel Pohjanpalo im Angriff, der genesene Marcus Ingvartsen den angeschlagenen Keita Endo auf der linken Seite, sowie Sebastian Griesbeck Routinier Christian Gentner, der ebenfalls verletzt passen musste. Bei den Hausherren stand, mangels Alternativen, der höchstens auf dem Papier einsatzfähige Ex-Unioner Sebastian Andersson in der Startelf. Der Schwede hatte in den vergangenen Wochen nach einer Operation keine einzige Trainingseinheit mit dem Team absolviert.

Das Spiel begann zunächst fahrig, beide Teams schoben sich so manchen Fehlpass zu, richtige Torchancen wollten erst einmal nicht entstehen. Die erste echte nutzten die Eisernen dann aber: In der 27. Minute verlängerte Marcus Ingvartsen einen tollen Pass von Marvin Friedrich aus der Tiefe, den Taiwo Awoniyi mit seinem ganzen Körper gegen überforderter Kölner abschirmte und schließlich zu seinem ersten Tor für die Eisernen vollstreckte.

Doch Köln schlug mit einem Standard zurück: Ex-Herthaner Ondrej Duda brachte einen Freistoß auf den Tunesier Ellyes Skhiri, den Robin Knoche und Grischa Prömel im Verbund gewähren ließen - 1:1! Prömel war zuvor für Griesbeck gekommen, der - auch das noch! - einen Tritt auf sein Sprunggelenk verarbeiten musste.

Im zweiten Durchgang agierte Union forscher, drängte vor allem in Person des agilen Marcus Ingvartsen immer wieder in Richtung Tor, ohne sich belohnen zu können. Erst in der 72. Minute legte Salih Özcan Ingvartsen, als der sich eine Flanke von Sheraldo Becker im Strafraum zurechtlegte. Den Elfer verwandelt Max Kruse dann eben nicht. Doch der Jubel war dennoch riesig.