Max Kruse ist auf dem Platz auch als eiserner Motivator gefragt. Foto: Imago

Wer ist die wahre Nummer 1 in der Stadt? Hertha BSC oder der 1. FC Union? Die Rot-Weißen spielen eine tolle Saison und sind verdient auf Platz 7, während die Blau-Weißen um den Klassenerhalt kämpfen. In den bisherigen drei Bundesliga-Derbys hat Hertha die Nase vorn. Zwei deutliche Siege mit 4:0 und 3:1 und einer knappen Niederlage mit 0:1. Ostersonntag ab 18 Uhr gibt es das vierte Kapitel. Hauptdarsteller sind Unions Max Kruse (33) und Herthas Matheus Cunha (21). Bei können alle das Stadtduell entscheiden, denn sie sind die Toptorjäger und Topscorer ihrer Teams. Der KURIER nimmt Kruse und Cunha genau unter die Lupe.

Kurzzeitig stockte den Union-Fans Anfang der Woche der Atem: Zum Start in die Derby-Woche fehlten auf dem Trainingsplatz nicht nur die Profis, die mit ihren Teams im Länderspieleinsatz waren. Trainer Urs Fischer musste auch auf Max Kruse verzichten. Schnell wurde aber klar, dass sich der Spielmacher nix Ernsthaftes zugezogen hatte. Weil sich der Mund nach einer Wurzelbehandlung entzündet hatte, musste er zum Zahnarzt.

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Doch seinem Wirken im brisanten Hauptstadt-Duell mit Hertha BSC steht nichts im Weg. Wie üblich meldete er sich in den sozialen Netzwerken fit. Was seinen Trainer Urs Fischer sehr freut. Der sagt über seinen Spielmacher: „Er hat Ideen, er hat Kreativität.“ Das helfe vor allem im Spiel mit dem Ball und in der Offensive. Die Eisernen wollen sich für die 1:3-Niederlage im Hinspiel revanchieren. Und Kruse ist so etwas wie der Anführer dieser Mission.

Kruse sammelte 15 Scorerpunkte in 14 Spielen

Für Kruse war die Pleite im Olympiastadion nicht nur bitter, sondern auch richtig schmerzhaft. In der Nachspielzeit hatte er sich einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zugezogen und fehlte Union knapp drei Monate. In dieser Zeit machten die Kollegen zwar deutlich, dass der Erfolg keineswegs von ihm allein abhängt. Aber natürlich sind die Erfolgsaussichten deutlich höher, wenn Kruse mit von der Partie ist.

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Weil er bei aller Lässigkeit und allem Klamauk die Verlässlichkeit in Person ist. Als Fixpunkt gibt er den Kollegen Orientierung, wie das Spiel läuft. Zehn Tore und fünf Vorlagen bei 14 Bundesliga-Einsätzen sind zudem eine Hammer-Quote! Da kann man sich fast drauf verlassen, dass es im gegnerischen Tor mal klingelt, wenn Kruse mit von der Partie ist.

Dass Kruse seine Botschaften auf eigene Faust über die sozialen Netzwerke in die Öffentlichkeit bläst, schreckt in Köpenick niemanden auf. Oliver Ruhnert sagte jüngst im KURIER-Interview: „Max meint hier nicht, es gibt hier die Mannschaft plus Max, sondern er ist Teil der Mannschaft.“

Und zwar ein ganz entscheidender. Das will er morgen im Derby deutlich zeigen.