Max Kruse bei der Erstuntersuchung auf dem Rasen des Olympiastadions. Unions medizinische Abteilung machte den Schubladentest. Damit werden die Kreuzbänder überprüft.  Foto: imago images/nordphoto

Fast zwei Tage hatte er geschwiegen, nun meldete sich Max Kruse nach fast exakt 48  Stunden bei Instagram wieder zu Wort:„Ich musste das auch erst einmal verdauen, habe mich bewusst zurückgehalten“, leitete der 32-Jährige die Hiobsbotschaft ein – Muskelbündelriss. Mindestens acht Wochen Pause!  

Damit steht Unions Topscorer (sechs Tore/fünf Assists) dem Team frühestens Anfang Februar wieder zur Verfügung, verpasst zehn Ligaspiele und den Pokalhit gegen Paderborn kurz vor dem Fest. Ein Comeback gegen Mainz 05 am 20. Spieltag scheint bei optimalem Heilungsverlauf im Bereich des Möglichen.  

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„So Leute, jetzt noch mal ein Update von mir“, leitet er auf Instagram ein und fuhr fort: „Wie ihr alle mitbekommen habt, haben wir am Freitag das Derby verloren. Und zusätzlich habe ich mich leider schwerer verletzt. Ich habe mich jetzt zwei Tage nicht gemeldet. Ich musste das auch erst mal verdauen und damit klarkommen. Ich werde circa acht Wochen fehlen. Es ist leider nicht nur ein Faserriss, sondern ein Muskelbündelriss. Ärgerlich, kann man nicht ändern. Ich werde natürlich versuchen, so schnell wie möglich zurückzukommen“, versprach der Ex-Nationalspieler.

Max Kruse bei Instagram Foto: Screenshot/Bunkus

Alles hätte sogar noch schlimmer kommen können, aber auch das ist nicht schön, wie Kruse selber einräumte. „Im ersten Moment hatte ich ans Knie gedacht, dachte, es ist das Kreuzband. Ist es nicht. Aber ein Muskelbündelriss ist natürlich auch richtig scheiße. Ich drücke der Mannschaft in den nächsten Wochen auch am Fernseher die Daumen.“

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Erst Joel Pohjanpalo mit seinem Knöchelbruch, nun Kruse. Die Luft wird dünner in Unions Angriffszentrum. Und damit wird es wieder ein bisschen enger im Abstiegskampf für die Eisernen, den Trainer Urs Fischer & Co. bislang nie für beendet angesehen hatten, aber der sich anschickte, entspannt angegangen werden zu können. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte Union ja jüngst sehr dafür gelobt: „Fischer und Ruhnert haben in großer Ruhe ein Team gebaut, das langsam dabei ist, sich aus dem Kreis der natürlichen Abstiegskandidaten zu verabschieden.“

Kruse mit Tipp für die Zocker-Gemeinde

Dieser prognostizierte natürliche Abschied wird sich nun ein bisschen hinziehen. Kruse macht den Fans Mut: „Es ist so, wie es ist. Wir müssen nach vorne schauen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Mannschaft es auch so hinbekommen und noch viele Punkte holen wird“, machte der gebürtige Reinbeker in Optimismus.

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Und trotz der schwierigen Situation hat der alte Computerspiel-Fan seinen Humor nicht ganz verloren, hatte einen Tipp für die Online-Zocker eines Managerspiels parat: „Für die, die mich bei Kickbase haben, ihr müsst mich leider erst mal verkaufen. Oder behalten, das wäre ein Statement. Oder jetzt verkaufen, ich sinke jetzt bei Kickbase und irgendwann  kauft ihr mich wieder für einen billigeren Preis. So einfach ist die Rechnung.“

Hoffentlich geht sie auf. Denn das hieße, dass Kruse nicht mehr nur an der Konsole seinen Mann steht, sondern auch wieder auf dem Feld.