Max Kruse dirigiert und trifft beim 3:1 der Eisernen gegen Hoffenheim. Foto: Imago Images/Avanti

Schreck lass nach, dachte so mancher Unioner am Montagabend, als er die Aufstellung der Eisernen gegen die TSG Hoffenheim sah. Keine Sheraldo Becker, kein Joel Pohjanpalo, Christopher Trimmel fehlte verletzungsbedingt auch noch. Dafür Fünferkette, Mittelfeldbollwerk und mit Taiwo Awoniyi ein Brecher in der Sturmspitze. Wollte Urs Fischer etwa mit Letztjahresfußball die Kraichgauer knacken?

Ja und nein. Zwar deutete die Aufstellung genau das an - und Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß war Informationen zufolge auch mächtig verwirrt -, doch letzten Endes besiegten die Eisernen die Hausherren auf ihre ganz eigene Art und Weise. Mittendrin: Max Kruse.

Nicht nur, dass der 32-Jährige zwei der drei Treffer vorbereitete und die Führung - sein 15. Elfmetertor aus 15 Versuchen in der Bundesliga - selbst erzielte. Nein, der frühere Nationalspieler hob das Spiel der Eisernen mit seiner unnachahmlichen Art auf ein ganz neues Level.

Clever verteilte Kruse die Bälle an seine Mitspieler, mal hoch, aber meistens flach, womit die Hoffenheimer in Anbetracht des Köpenicker Personals, das da auf dem Rasen stand, überhaupt nicht zurechtkamen. Nie fand die TSG ein Mittel gegen Dirigent Kruse und sein Orchester. Er war der Dreh- und Angelpunkt des eisernen Spiels.

Und sich dennoch nicht zu schade, die Lorbeeren hinten raus zu teilen. Für den zuletzt arg gebeutelten Cedric Teuchert legte er mustergültig das 3:1 auf, obwohl er problemlos auch hätte selbst abschließen können. Hier offenbarte sich auch der Teamplayer Kruse, der über das Hoffenheim-Spiel hinaus in seinen ersten Partien für die Eisernen für gewöhnlich den besser postierten Mann zu suchen schien.

Der gebürtige Reinbeker ist in Köpenick jedenfalls eingeschlagen wie eine Bombe. Und während so einige Anteil am sportlichen Aufschwung der Eisernen haben, zeigt Kruse doch Woche für Woche, wie er das Spiel der Unioner und auch seine Mitspieler immer besser macht.