Max Kruse feiert jetzt in Wolfsburger Diensten und spricht von Differenzen mit Unions Trainer Urs Fischer. imago/HMB Media/Claus

Im ZDF-„Sportstudio“ haute Max Kruse zu vorgerückter Stunde einen raus! Dort brachte der Ex-Unioner erstmals ein wenig Licht ins Dunkel um seinen Blitz-Wechsel nach Wolfsburg. Ein Grund war offenbar ein etwas getrübtes Verhältnis zu Unions Trainer Urs Fischer.

„Ich hatte eine sehr intensive und geile Zeit bei Union. Aber für mich lief das zweite Jahr nicht mehr so wie das erste. Ich war nicht mehr so zufrieden“, sagte der 33-Jährige und ergänzte: „Das heißt nicht, dass das Verhältnis komplett zerbrochen oder schlecht war. Aber ich habe mir da etwas anderes vorgestellt.“

Zu wenig Spielzeit führten für Kruse zu einem getrübten Binnenverhältnis. Bei seinen 23 Saison-Einsätzen in drei Wettbewerben wurde er 18 Mal ausgewechselt, musste mehrfach auf der Bank schmoren. „Als Sportler will man natürlich immer von der ersten bis zur letzten Minute spielen“, so Kruse. Er habe „einige Sachen nicht so verstanden, wie andere sie verstanden haben“.

Kruse fehlte die Spielkultur

Das erläuterte Kruse nicht. Doch es ist ein offenes Geheimnis, dass der Schweizer einen Fußball-Stil mit Pressing, langen Bällen und Umschaltaktionen favorisiert. Was Kruse wenig schmeckt. Der will das Bällchen laufen lassen. Und auch wenn Union in dieser Saison stark unterwegs ist, in Sachen Spielkultur gab es nach den Abgängen von Christian Gentner und Robert Andrich kaum Entwicklung zu beobachten.

Max Kruse hätte sich im Dress von Union Berlin mehr Spielzeit gewünscht. Imago

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„Die Entscheidung, Union im Sommer zu verlassen, die stand schon länger fest“, so Kruse. Gefallen sei sie im November oder Dezember, als Union noch nicht im Viertelfinale des Pokals stand und in der Conference League ausschied. Dem Verein habe Kruse da mitgeteilt, dass er im Frühjahr keine Gespräche über eine Vertragsverlängerung führen werde.

Kruse verdrängt Extrawürste

Später untermauerte Kruse den Eingangsvorwurf, als er davon sprach, dass sein Spiel mit Wolfsburg in Frankfurt gezeigt hatte, dass er sehr wohl Luft für 90 Minuten habe. Alles ein bisschen unfair. Austrainiert wirkte Kruse nie und Union hatte einen großen Kader mit trefflichen Jokern. Völlig normal, dass ein Trainer da wechselt.

Zudem hat Kruse offenbar verdrängt, dass der Verein ihm die Olympiateilnahme ermöglichte. Eine Abstellungspflicht bestand für die Sommerspiele nicht. Kruse nutzte sie als Bühne für den Antrag an seine Dilara. Extrawürste wie eine Befreiung vom Training, nur weil er zwei Tage vor einem Spiel mal so eben auf die Schnelle heiraten wollte, hat Kruse offenbar verdrängt.

Wolfsburgs Angebot, von dem er sich neben der Kohle mehr Spaß an der Freude erhofft und die stimmende Chemie mit Florian Kohfeldt waren Gründe für den Blitzwechsel. „Ich hätte gern noch mit Union den Pokal geholt. Auch weil ich noch gar keine Titel geholt habe. Aber ich musste mich entscheiden, das habe ich getan“, so Kruse.

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