So lässt es sich aushalten! Akaki Gogia und Max Kruse (r.) suchen Schutz vor der brennenden Sonne im Schatten eines Baumes. Foto: Matthias Koch

Am Donnerstag um 11.17 Uhr war es endlich so weit. Unions neuer Hoffnungsträger Max Kruse hatte im Rahmen des Trainingslagers in Bad Wörishofen seine erste Ballberührung im Unterallgäu. Zielsicher bugsierte er die Kugel ins Netz. Applaus? Fehlanzeige! Denn Kruse ist mitnichten wiederhergestellt, sondern trat beim Läufchen rund um den Platz mit Rehatrainer Christopher Busse auf die vor einem Tor liegenden Kugeln ein.  

Wenigstens einmal eine Ballberührung. Nach wie vor ist der Kraftraum das Zuhause des 1,82 m großen Angreifers, dessen Sprunggelenksverletzung halt noch immer nicht richtig auskuriert ist. Die letzten Minuten des Trainings verbrachte er im Schatten an einen Baum gelehnt, schaute den auf dem Platz kickenden Kollegen auf die Füße. „Darf ruhig ein bisschen länger sein morgen“, frotzelte ihn Busse an. „Ne, ne“, zeigte sich Kruse wenig begeistert über die Aussichten, noch länger geschliffen zu werden am folgenden Tag.

Es ist noch ein weiter Weg, ehe der 32-Jährige den Eisernen auf dem Platz helfen kann. Auch wenn er später ein paar von Busse zugeworfene Bällchen wieder zurückchippte. Es ist ein schweißtreibender Weg. Egal, wie sehr Kruse über Instagram – rund 410.00 Abonnenten – die Fans auf dem Laufenden hält über sein tägliches Workout.

Bislang glänzte Kruse also in tragender Rolle nur beim Schleppen eines Sportgerätes auf dem Weg vom Kraftraum zum Mannschaftsbus. Und in einer Rolle, die nichts mit seinem Berufssportlertum zu tun hat. Nämlich als TV-Entertainer, der seine neuen Kollegen allabendlich zu einem Videointerview bittet, bei dem er von Anhängern eingereichte Fragen stellt.  

Auf der „Casting-Couch von Max Kruse“ nennt der Stürmer diese Sitzungen. In Folge eins erfuhren wir von Christopher Lenz, dass der derzeit solo ist, dass Akaki Gogia der ungekrönte Meister an der Tischtennisplatte ist im Team und dass das Weihnachtssingen für ihn etwas Besonderes ist.

In Teil zwei stand Christopher Trimmel Rede und Antwort. Fragen zum Zocken muss auch jeder über sich ergehen lassen. Offenbar will Kruse vorab ausloten, wo er denn am leichtesten seinen Schnitt machen kann. 

Den Kollegen bleiben diese außersportlichen Aktivitäten ihres Starkickers nicht verborgen. Man kann getrost davon ausgehen, dass sich die Kollegen einen Jux erlauben werden und Fragen bei Kruse einreichen, um ihn aufs Glatteis zu führen.