Max Kruses Freistoß, der beinahe in Dortmund den Ausgleich gebracht hätte. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben ...  Foto: imago/firo Pool

Es gab ja schon eine Gazette in der Stadt, die Unions Stürmer-Star Max Kruse eine Krise andichten wollte. Das war vor nicht mal zwei Wochen. Und alles nur, weil der umtriebige Offensivgeist in den Spielen nach dem 2:5 in Frankfurt - da hatte er übrigens doppelt eingenetzt - nicht ganz so wie gewünscht dem Spiel seinen Stempel aufdrücken konnte.

Ganz im Bilde scheinen die Blattmacher da nicht gewesen zu sein. Denn in den beiden Partien danach gegen Hertha und den FC Bayern - jeweils 1:1 - war er zwar nicht Gold, aber dennoch ungemein wertvoll für die Mannschaft. Und schon beim 2:1 gegen den VfB Stuttgart war es seiner Balleroberung geschuldet, dass Christopher Trimmel Petar Musa den Ball zum zwischenzeitlichen 2:0 auflegen konnte. 

Max ist heiß auf seinen Ex-Klub

Union-Trainer Urs Fischer

Auch nach dem Dortmund-Spiel wäre kein vernünftiger Mensch auf den Gedanken gekommen, eine Frage nach Kruse zu stellen, wenn sein Freistoß den Weg ins Netz gefunden hätte und nicht mit den Fingerspitzen und unter Aufbietung aller Kraft von Marvin Hitz so eben noch an den Pfosten gelenkt worden wäre. 

Für Urs Fischer stellte sich die Frage so eh nie. „Wenn es um seine Form geht, Max' Auftritt in Dortmund war ein Schritt in die richtige Richtung. Er ist ein wichtiger Spieler, ein Verbindungsspieler, der uns hilft“, so der Schweizer Fußballehrer, der seinem Bessermacher vielleicht irgendwann einmal ein Verschnaufpäuschen angedeihen lassen wird, weil der nach seiner auskurierten Muskel-Verletzung ja sofort wieder Vollgas geben musste.

Aber auf ihn verzichten oder ihm eine Krise andichten. Beileibe nicht. Und erst recht nicht vor dem Kick am Sonnabend gegen den SV Werder (15.30 Uhr). „Max“, dass verriet Fischer, „ist heiß gegen seinen Ex-Klub“.

Kruse: 15 Scorerpunkt ein nur 18 Spielen

An der Weser befürchten sie genau das. „Neben Max siehst du einfach besser aus“, weiß Bremens Coach Florian Kohfeldt um die Vorzüge des 33-Jährigen, der seine 15 Scorerpunkte (10 Tore, fünf Assists) in nur 18 Spielen holte.

 Kohfeldt gerät nahezu ins Schwärmen: „Max ist in der Lage, ein Tor zu schießen oder den letzten Pass zu spielen. Er ist unheimlich gut darin, Räume zu erkennen, die er überladen muss, um eine Überzahl zu schaffen. Er ist ein absoluter Unterschiedsspieler in der Liga, das steht außer Frage“, so Bremens Chefcoach gegenüber dem Internetportal deichstube.de.

Beide sind bis heute noch im regelmäßigen Austausch, auch wenn es naturgemäß diese Woche etwas stiller geworden ist. Ein wenig hoffen sie beim vierfachen Deutschen Meister nun, dass der Ex-Nationalspieler noch ein Herz für die Grün-Weißen hat.„ Ich kenne seine Werder-Verbundenheit, deshalb gehe ich davon aus, dass er sich morgen vornehm zurückhalten wird“, scherzte Kohfeldt. 

Da scheint er die Rechnung ohne den Wirt gemacht zu haben. Kruses Konter via Instagram ließ nicht lange auf sich warten: „Ich will natürlich, dass Werder in der Liga bleibt. Aber es gilt, die drei Punkte einzusammeln. Danach kann Werder gerne wieder. Nur morgen nicht!“