Grischa Prömel (l.), der am Wochenende gegen die Bayern einköpfte, feiert hier mit Marvin Friedrich dessen Bude beim 2:2 im Relegationsspiel in Stuttgart.  Foto: City-Press/Jan-Philipp Burmann

Es sind Momente, die sich ganz tief ins Unionherz eingebrannt haben. 4000 Anhänger der Köpenicker explodierten im einstigen Necker-Stadion - ja, liebe Kinder es gab mal einen Fußball mit Zuschauern -, als Marvin Friedrich hochstieg und zum 2:2 beim VfB Stuttgart einköpfte. Vielleicht das wichtigste Tor seiner Laufbahn. Es war der Grundstein für den späteren Aufstieg. Am Dienstag (20.30 Uhr) geht es wieder ins Ländle. Und alle rufen schon jetzt im Chor: Marvin vor, mach dein Tor! 

Im Mai 2019 war es Christopher Trimmel, der ihm den Ball servierte. So wie am Wochenende für Grischa Prömel gegen die Bayern. Trainer Urs Fischer weiß, was er an Trimmel hat. „Ich habe ja schon immer gesagt, Standards können Spiele entscheiden. Trimmi ist sehr gut bei einem stehenden Ball, die Bälle kommen dahin, wo sie hin müssen“, lobte Fischer und hätte nichts dagegen, wenn die beiden Abwehrecken im Ländle auch diesmal eine Rolle spielen würden beim Duell der beiden Überraschungsmannschaften der Spielzeit. 

Das Damals werde nun bei der Neuauflage der Relegation keine Rolle mehr spielen. Weil beide Teams sich weiterentwickelt hätten, so Fischer. „Es ist ja auch schon ne Weile her. Die Bilder aber werden einem nicht mehr aus dem Kopf gehen, wann immer du sie auch siehst. Sie werden immer im Gedächtnis bleiben“, räumte Fischer ein.

Bei Friedrich, der am Sonntag 25 Jahre jung wurde und daher von den Kollegen wie üblich am Montag mit Bällen abgeschossen wurde, vielleicht noch mehr als bei anderen. Es war seinerzeit sein erstes Saisontor. Inzwischen hat er sich weiter entwickelt. Auch in puncto Torgefahr. Mittlerweile stehen da vier Erstligatreffer in 44 Spielen zu Buche. In Liga zwei war es nur eine Bude in 46 Partien. 

Was manche dazu verleitete, Fischer zu fragen, ob denn Jogi Löw mit ihm wegen Friedrich telefoniert habe. Was er erstens nicht hat und Fischer zweitens für zu früh hält: „Er hat einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht. Aber ein zentraler Verteidiger lebt ja auch von der Erfahrung. Er ist ja noch sehr jung, kann noch viel lernen. Im Spiel mit dem Ball hat er einen Schritt gemacht, traut sich da einiges zu. Aber da ist Luft nach oben.“ 

Dass er diesen Abstand nach oben verringern will, darf er schon am Dienstag in Stuttgart gerne zeigen.