Marcus Ingvartsen behauptet sich im Spiel gegen Köln gegen zwei Gegenspieler. Foto: imago-images/Poolfoto

Am liebsten hätte Marcus Ingvartsen vor Frust sein Trikot zerrissen, als er im Spiel beim 1. FC Köln (2:1) in der 11. Minute allein vor Torhüter Timo Horn den Ball nicht zur Führung für die Eisernen ins Tor brachte. Dabei bewies der 24-Jährige nur wenige Minuten später, dass sein derzeitiger Wert für die Unioner nicht allein im Toreschießen liegt, als er den tatsächlichen Führungstreffer von Taiwo Awoniyi mustergültig vorbereitete.

Der Däne ist derzeit so etwas wie Unions Super-Allrounder. Wo er gebraucht wird, hilft er mit Pässen, sinnvollen Laufwegen, Torvorlagen oder eben Treffern und wird dabei im Team von Trainer Urs Fischer immer wertvoller. Sorgte er in der vergangenen Saison als nach innen ziehender Rechtsaußen noch mächtig für Torgefahr, wechselte Ingvartsen in dieser Saison mit dem Aufschwung von Sheraldo Becker und dem Fehlstart von Marius Bülter bereitwillig die Seite, um von links noch mannschaftsdienlicher zu agieren.

Nicht schlecht für einen, der mit 21 Jahren bereits Torschützenkönig der dänischen Superliga war und seinerzeit eigentlich als Goalgetter galt, beim KRC Genk in Belgien dann mit diesem Stempel enttäuschte und selbst enttäuscht wurde. Erst die Eisernen erkannten in Person von Sportchef Oliver Ruhnert den wahren Wert des Offensivmannes, der, so erklärte Ruhnert bereits bei dessen Verpflichtung, nicht nur im Toreschießen, sondern besonders in seiner Laufstärke liegt.

Gerade in dieser Saison, in der die Eisernen den Ball mehr denn je zirkulieren lassen, kann Ingvartsen diese Stärke wunderbar ausspielen und so dem Team auf vielseitigste Art und Weise helfen. Wenn nicht mit einem Tor, dann, so wie in Köln, eben mit einer Torvorlage. Trainer Urs Fischer wird es am Ende freilich egal sein.