Der Kongress tanzt, äh, nein, der 1. FC Union nach seinem 1:0 gegen Sporting Braga.
Der Kongress tanzt, äh, nein, der 1. FC Union nach seinem 1:0 gegen Sporting Braga. City-Press/Florian Pohl 

Wenn man mit zwei Niederlagen in die europäische Kampagne startet, dann stehen die Chancen, etwas Großes zu erreichen, eher schlecht. Scheint die Kicker des 1. FC Union eher anzustacheln, denn zu jucken. Denn mit dem 1:0 gegen Braga – dem dritten übrigens in Folge nach dem schlechten Start ins internationale Geschäft – haben sie es auf einmal alles in der eigenen Hand. Also nicht mehr Platz eins. Der gehört dem Namensvetter von Union Royal St. Gilloise. Aber das Tor zum Verbleib in der Europa League steht wieder sperrangelweit offen.

Pessimisten werden jetzt darauf verweisen, dass im finalen Gruppenspiel in einem Vorort von Brüssel sogar ein Punkt bei den starken Belgiern zu wenig sein kann, wenn Braga Malmö putzt. Denn der direkte Vergleich zwischen Braga und den Eisernen sieht überall ein fettes Remis. Absoluter Gleichstand im direkten Vergleich. Nach Punkten und Toren. Also zählen jetzt da andere Kriterien. 

Braga steht mehr unter Druck als der 1. FC Union

Die gute alte Tordifferenz, fast in Vergessenheit geraten in Zeiten des direkten Vergleichs, kommt da zum Tragen. Und ja, da scheinen die Portugiesen im Vorteil. Ein Sieg gegen die Schweden bei einem gleichzeitigen Remis der Eisernen würden sie in der Tabelle vorbeiziehen lassen. Beide hätten dann zehn Punkte, aber Braga die bessere Tordifferenz. Wenn man doch nur mit 2:0 gewonnen und damit den direkten Vergleich für sich entschieden hätte ... Doch lassen wir das!

Aber man sollte das Pferd umgekehrt aufzäumen. Wenn Braga nicht gewinnt, ist der 1. FC Union sicher in den Play-offs zum Achtelfinale. Die Nordportugiesen müssen gewinnen, sonst sind sie nur Gruppendritter und steigen in die Conference League ab. Der Druck liegt also bei ihnen.

Dem 1. FC Union ist auch ein Sieg in Belgien zuzutrauen

Doch wenn man bedenkt, wie Robin Knoche, Sheraldo Becker & Co. in diesem Wettbewerb zurückgekommen sind, muss man ihnen auch im letzten Spiel alles zutrauen. Auch einen Sieg! Womit Braga Kopfstände machen müsste, würde ihnen nichts nützen. 

Platz zwei hieße ja, dass ein Absteiger aus der Champions League in Köpenick seine Aufwartung machen muss. Donezk muss es ja nicht gerade sein. Aber Barcelona vielleicht? Oder Juventus Turin? Atletico Madrid, Salzburg oder der FC Sevilla sind auch in der Verlosung. Die in der Alten Försterei? Ein Träumchen! Los, Jungs, schnappt sie euch! Das habt ihr euch verdient. 

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