Na, hätten Sie ihn wiedererkannt? Max Kruse bei seinem Bundesligadebüt 2007, der Gegner – siehe Artur Wichniarek im Hintergrund – war der DSC Arminia.  Foto: Imago/Team2

Der Trend is your Friend, wie Uli Hoeneß einmal so schön fabulierte. Und nicht nur daher, also weil die Arminia seit dem Rückrundenbeginn nur einen Zähler bei 3:17 Toren holte, ist die Ausgangslage vor dem sonntäglichen Auftritt der Eisernen auf der Alm (18 Uhr) klar. Auch die Tabellenkonstellation lässt nur einen Schluss zu: Der 1. FC Union geht gegen das Rückrundenschlusslicht mal wieder als Favorit ins Rennen. Egal wie kompliziert die Aufgabe auf dem Feld werden wird gegen das Ex-Team von Uwe Neuhaus.

Alles andere als ein Dreier in Ostwestfalen wäre schon eine kleine Enttäuschung. Union könnte mit einem Sieg auch im Sinne ihres stets so vorsichtig argumentierenden Trainers („Ich weiß, ich nerve“) endgültig den Deckel drauf machen. Mit dann 37 Zählern würden die Köpenicker 19 Punkte zwischen sich und den Relegationsplatz bringen. Ein Vorsprung, der in nur noch zehn ausstehenden Partien dann nicht mehr zu verspielen ist, wie auch der Schweizer Fußballlehrer dann wohl einräumen müsste. Zumal er weiterhin einen festen Glauben an sein Team und dessen Fähigkeiten und damit zur Mission Klassenerhalt hat.  Sonst, so seine Einlassung zu dem Thema, wäre er ja nicht in Berlin. Also ohne Glauben an seine Truppe.

Kruses debütierte gegen Arminia 

Gut, wäre also auch das geklärt. Kommen wir zu den üblichen Sätzen, die man vor so einem Spiel sagt. Die Aufgabe? Schwer! Beziehungsweise „anspruchsvoll“. Wie halt jede Woche. Schützenhilfe für andere, beispielsweise Hertha? Man müsse in erster Linie auf sich gucken. Der neue Kollege an der Bielefelder Seitenlinie, also Frank Kramer, der zuletzt 2012/13 interimsmäßig bei der TSG Hoffenheim (zwei Spiele) und später als Cheftrainer der SpVgg Greuther Fürth (9) in der obersten deutschen Spielklasse gewirkt hatte? Macht es alles nicht einfacher. Man wisse ja nicht, wie der Neue so tickt. „Das“, so Fischer, „macht einen Unterschied. Sonst siehst du ja viele Spiele vorher und man erkennt die Handschrift des Trainers, wie er es gerne spielen lassen möchte.“

Womit eigentlich alles gesagt wäre zum abschließenden Kick des Spieltages gegen einen Gegner, gegen den feierte Max Kruse, seinerzeit süße 19 Lenze jung, 2007 sein Bundesliga-Debüt. Beim 8:1-Heimsieg des SV Werder gegen den Deutschen Sportclub wurde er beim Stande von 5:1 eingewechselt und bereitete nur vier Minuten später das 6:1 vor.

Und ach, so einen haben wir dann doch noch: Manch einer möchte ja auch seine Eisernen auf einem Rachefeldzug für den unter der Woche geschassten Uwe Neuhaus sehen. Ein Gedanke, der Fischer völlig fernliegt. Und sogar kontraproduktiv sein sollte. Denn der große Quentin-Tarantino-Klassiker „Kill Bill“ hat uns ja ein altes klingonisches Sprichwort gelehrt: Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird!