So seh'n Sieger aus. Es jubeln  Torschütze Christian Gentner (2.v.l.) mit Vorlagengeber Marius Bülter. Im Hintergrund freuen sich Christopher Trimmel (l.) und Anthony Ujah (r.)  Berlin. Foto: Edith Geuppert/GES/POOL

Da ist er! Der Matchball. Ach, quatsch. Sogar drei. Schon am Dienstag können die Eisernen ihre überragende Saison krönen und gegen Schlusslicht Paderborn den Deckel drauf machen. Wahnsinn. Union, lass dir knutschen!

Der dritte Aufsteiger ist ja für gewöhnlich so etwas wie der erste Absteiger. Man muss deshalb nicht wie Trainer Urs Fischer das als „Sensation“ einstufen, aber eine bemerkenswerte Leistung ist es doch. Kaum ein Anhänger der Köpenicker hätte vor der Saison protestiert, wenn der Fußballgott ihnen gesagt hätte, dass sie am letzten Spieltag noch eine Chance auf den Klassenerhalt haben werden. Nun kann der aus eigener Kraft am drittletzten Spieltag dingfest gemacht werden. Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. 

Dafür braucht es einen Sieg. Oder - bei einem Remis - darf Düsseldorf am Mittwoch in Leipzig nicht mehr als einen Punkt holen. Wenn die Fortuna gar verliert, ist Union durch. Egal wie es am Dienstag ausgeht. Gilt so auch für Werder Bremen, die mit dem FC Bayern einen Gegner haben, der ihnen wohl kaum helfen wird.

Fischer will noch keine Gratulationen

Man könnte also schon gratulieren. Aber das lassen wir lieber. Fischer wird ja bei so etwas immer leicht grantig und wird darauf verweisen, dass die Partie gegen Paderborn kein Selbstgänger ist. Und es ist klar, dass der alte Fuchs Steffen Baumgart an alter Wirkungsstätte noch punkten möchte.

Ironie der Geschichte. Es könnte das zweite Mal in seinem Leben sein, dass Baume als Coach in Köpenick den bitteren Gang nach unten antreten muss. Im Mai 2012 erwischte es Hansa Rostock nach einem 4:5 in Berlin. Baumgart war seinerzeit Co-Trainer der Mecklenburger. Und schlich hinterher arg betrübt durch die wunderschöne, immergrüne Alte Försterei. Muss Union egal sein. Deckel drauf machen.