Rein das Ding! Mit aller Macht drückt Joel Pohjanpalo die Kugel zum Ausgleich über die Linie.  Foto: AFP/Pool/Ina Fassbender

Ausgerechnet. Selten einmal traf dieses Adverb so zu wie bei Unions Auftritt in Leverkusen. Denn ausgerechnet Joel Pohjanpalo tat seinem Stammverein weh. Die Leverkusener Leihgabe lässt die Eisernen durch seinen Treffer zum 1:1 weiter von Europa träumen. Endspiel am letzten Spieltag. Fernduell mit Mönchengladbach, das nach dem 1:2 gegen Stuttgart dann in Bremen vor einem ganz heißen Gang steht. Union hat es in der eigenen Hand. Wenn auch mit Leipzig eine echt harte Nuss zu knacken ist. Fußballherz, was willst du mehr! 

Was für eine Bude. Schon der Kopfball hätte nach Flanke von Sheraldo Becker drin sein können. Bayer-Torwart Lukas Hradecky konnte mühsam klären. Doch Pohjanpalo schaltete am schnellsten, drosch die Kugel humorlos und mit Wucht in die Maschen (72.). 1:1, der Ausgleich! Völlig verdient. Denn Leverkusen war zuvor eindeutig nicht die bessere Mannschaft, hatte nur einmal beim 1:0 durch Florian Wirtz (25.) von einer Nachlässigkeit der Union-Abwehr profitiert. 

Am Ende konnte Bayer froh sein, dass Union nicht noch der Lucky Punch gelang. Sonst hätten die Eisernen gar Leverkusen mit einem Kantersieg  am letzten Spieltag womöglich aus der Europa League schmeißen können. 

Platz sieben ist erobert vom 1. FC Union. Ein Zähler Vorsprung auf die Fohlen aus Mönchengladbach. Das wird megaspannend in einer Woche. „Schade. Wir wollten heute hier gewinnen. So ist die Entscheidung um eine Woche vertagt“, war der wieder einmal sehr sichere Union-Torwart Andreas Luthe am Ende nicht ganz zufrieden.

Pohjapalos Treffer sind Punktebringer

Pohjanpalo hat seine Ankündigung wahr gemacht. Er hatte versprochen, Leverkusen weh zu tun, wenn es nötig wäre. Versprochen und geliefert. 

Das sollte nun auch Unions Manager tun. Herr Ruhnert, zücken Sie das Scheckbuch. Schreiben Sie die für eiserne Verhältnisse Rekordablöse von rund 3,5 Millionen Euro rein. Und drücken Sie die gleich den Verantwortlichen von Bayer in die Hand. Oder stottern Sie den Kauf über Raten ab. Diesen Finnen sollten die Eisernen nicht mehr hergeben.

Saisontreffer Nummer sechs. Und nahezu alle Buden brachten Punkte. Siegtreffer in Hoffenheim, Matchwinner gegen Bremen per Hattrick,  nun der Ausgleich im einstigen Haberlandstadion. 

Union klopft mit Macht an die Tür nach Europa. Und kann mit einem Dreier kommende Woche gegen einen Verein aus der Nähe von Markranstädt alles klar machen.  „Wahnsinn. Wir sind noch immer dabei. Und wir haben ein Heimspiel. Da sind wir immer sehr, sehr stark“, jubelte Kapitän Christopher Trimmel nach dem Abpfiff.