Betretene Gesichter bei den Eisernen nach der Niederlage in Mainz. Foto: Imago/Matthias Koch

„Woran hat et jelegen? Man fragt sich immer, woran et jelegen hat!“, heißt es in einem Interview-Klassiker auf YouTube, der schon viral ging, als „viral gehen“ noch gar nicht erfunden war. Doch eben diese Frage stellten sich die Eisernen am Sonntag nach dem mindestens enttäuschenden 0:1 beim FSV Mainz 05. Denn: Wie schon in den vergangenen vier sieglosen Spielen zuvor zeigten die Köpenicker insgesamt eine ordentliche Leistung, verpassten es am Ende aber, adäquat zu punkten.

„Ich kann der Mannschaft nicht den Vorwurf machen, nicht alles versucht zu haben“, erklärte Trainer Urs Fischer ratlos und schob noch hinterher: „Wie auch schon gegen Augsburg.“ Ohnehin ähnelten sich die beiden Niederlagen gegen die eigentlich eher auf das Geschehen im unteren Drittel des Tableaus blickenden Teams auffällig. Auch die Mainzer gaben den Unionern das Spiel in die Hand, um es ihnen im nächsten Moment gleich wieder ruppig zu zerstören.

Schalke kommt zu Besuch

So gelang den Köpenickern, trotz hohem spielerischem Aufwand, am Ende weder ein Tor noch ein Punkt. „Die Partie spiegelt ein wenig die letzten Auftritte wider“, erklärte Fischer. „Aufwand und Ertrag stimmen nicht. Und damit haben wir auch Mühe.“ Die Unioner sind unsicher, wie sie die eigentlich ordentlichen Leistungen wieder in Punkte ummünzen können.

Klar: Was will man besser machen, wenn man eigentlich ordentlich spielt? Liegt's vielleicht an den immer wieder auftretenden Verletzungen und Sperren, die die Unioner kompensieren müssen? „Die begleiten uns ja schon seit langem, und die Ergebnisse waren trotzdem durchweg positiv“, relativierte Fischer. „Da etwas herzuleiten, ist mir ein bisschen weit hergeholt.“

Fakt ist jedenfalls, dass die Eisernen trotz dickem Punktepolster von zwölf Zählern auf die Abstiegsränge langsam mal wieder einen Dreier eintüten könnten, um ihre gute Laune nicht zu verlieren. Vor allem, weil am kommenden Sonnabend der FC Schalke 04 zu Besuch kommt - und man gegen die Schalker derzeit nun wirklich nicht verlieren möchte.

Hoffnung macht da, dass die Genesung von Max Kruse immer weiter fortschreitet. In der vergangenen Woche konnte der Spielmacher wieder individuell trainieren. „Wir hoffen, dass wir das Pensum bei Max in den kommenden Tagen und Wochen weiter erhöhen können“, erklärt Trainer Fischer, betont aber auch, dass die Mannschaft auch ohne Kruse sehr gute Ergebnisse eingefahren habe und die Rückkehr des Starspielers keinesfalls die Lösung für alle Sorgen sei.

Nein, aus diesem kleinen Tief müssen sich die Eisernen als Team herausarbeiten. Und das können sie, auch dank ihrer starken Saisonleistungen, weiterhin ohne Druck und Frust machen.