Nach Ecke von Maximilian Arnold (nicht im Bild) köpft Taiwo Awoniyi den Ball über seinen Keeper Andreas Luthe hinweg ins eigene Tor. imago/Matthias Koch

Erst hat man kein Glück. Dann kommt auch noch Pech hinzu. Oder ein verständnisloser Unparteiischer. In diesen drei Sätzen kann man den Ausflug von Taiwo Awoniyi und Kollegen nach Wolfsburg zu der Betriebssportgruppe der Volkswagen-Gruppe zusammenfassen. Und der junge Nigerianer wurde für die Eisernen beim 0:1 (0:1) im Niedersächsischen zum Pechvogel, weil er bei einer Ecke der Niedersachen von Matthias Arnold versucht, vor dem eigenen Keeper per Kopf zu klären und den Ball völlig unglücklich über Andreas Luthe zum einzigen Tor des Tages ins Netz beförderte.

Was ist vorher nicht alles über den Unterschiedsspieler geredet worden. Max Kruse hier, Max Kruse da. Richtig da war er gegen seine Ex-Kollegen auch nicht. Nur am Anfang hatte er eine gute Szene, als er sich hinter Unions Kapitän Grischa Prömel wegschlich und seine gefährliche Hereingabe keinen erreichte. Kruse war bei der Nennung der Mannschaftsaufstellung von den rund 2500 Unionfans gnadenlos ausgepfiffen worden. Nach 85 Minuten entzog im sein Trainer Florian Kohfeld das Vertrauen, holte den in knapp zwei Wochen 34 werdenden  vom Feld. Ob es da jetzt auch wieder Beschwerden über zu wenig Spielzeit gibt, wie Kruse zuletzt gegen Urs Fischer gestichelt hatte?

Union hadert mit dem Schiri

Aber ach, lassen wir das. Legen wir die Casa Kruse jetzt endlich zu den Akten. Kommen wir lieber zum Pechvogel des Tages, zu Taiwo Awoniyi. Nicht nur, dass ihm das Eigentor unterlief. Dann musste er auch noch mit dem Unparteiischen hadern. Denn den Eisernen wurde ein Tor von Sheraldo Becker nicht anerkannt, weil Awoniyi in der Entstehung ein Offensivfoul an Maximilian Arnold begangen haben soll (54.). Eigentlich ein handelsübliches Gerangel! Brachte die Eisernen verständlicherweise auf die Palme. „Für mich ist Arnold im Fallen.  Das ist kein Foul. Da müsste der Videoschiedsrichter eingreifen“, zürnte Grischa Prömel mit Referee Patrick Ittrich.

Und alles so bitter für den besten Angreifer der Köpenicker. Der Shooting-Star der Hinrunde hatte nach seiner Rückkehr vom Afrika-Cup noch nicht wieder so richtig Fuß gefasst bei den Köpenickern. Sein Treffer als Einwechsler am Vorwochenende gegen Mainz ließ die Hoffnung keimen, dass er jetzt wieder anknüpfen könnte an seine Verfassung vor der Winterpause. In Wolfsburg  war das bei allem Bemühen nicht der Fall, auch wenn einmal Koen Casteels sich mächtig strecken musste, um Awoniyis Kopfball zu entschärfen (62.).

Vorwürfe aus der Mannschaft gab es natürlich keine. Die haderte eher mit sich selbst, weil sie aus der Vielzahl der Chancen nichts Zählbares rausgeschlagen hatten. Wir haben durchgehend aufs Wolfsburger Tor gespielt.  Wir waren die bessere Mannschaft! Ich weiß gar nicht, wie viele Chancen wir uns noch erarbeiten müssen, um hier in Wolfsburg was mitzunehmen, ärgerte sich Grischa Prömel, der diesmal für den auf der Bank sitzenden Christopher Trimmel die Spielführerbinde getragen hatte.

Die Statistik-Daten geben Prömel hier recht: Torschüsse: 9:17, Ecken: 6:10 und Ballbesitz: 47:53 Prozent – überall hatten Awoniyi und Kollegen die Nase vorn. Nur eben nicht bei den Toren ...

Infos zum Spiel

  • VfL Wolfsburg: Casteels 3 – Mbabu 3, Bornauw 3, Brooks 4, Roussillon3 - Arnold  3 - Baku  3,5 (76. Steffen), Schlager 3,5 (64. Vranckx) – Kruse 5 (85. Gerhardt) - Bialek  4,5 (65. Lukas Nmecha), Wind 4.
  • 1. FC Union Berlin: Luthe 3 – Baumgartl 3, Knoche 3, Heintz 3 (82. Öztunali) – Ryerson 3,5, Khedira 3 (82. Ujah), Oczipka 4 – Haraguchi 4 (64. Möhwald), Prömel 2,5 – Awoniyi 3,5 (71. Michel), Becker 3 (71. Voglsammer)
  • Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg) 5
  • Tor: 1:0 Awoniyi (24., Eigentor)
  • Zuschauer: 15.703
  • Gelbe Karte: - Möhwald (2)

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