Überglückliche Eiserne jubeln über den Sieg gegen Bielefeld. imago-images/Contrast

Ein perfekter Fußballnachmittag im Stadion An der Alten Försterei: Die Eisernen feiern beim 5:0 gegen Arminia Bielefeld ihren höchsten Bundesliga-Sieg, klettern für wenigstens eine Nacht von auf Tabellenplatz vier - nur RB Leipzig, Borussia Dortmund und der FC Bayern stehen noch vor Union - und lassen zudem so manchen Kicker jubeln.

Keita Endo zum Beispiel, der nach drei Minuten seines Bundesliga-Debüts seinen ersten Treffer bejubeln kann, dann leider verletzt runter muss. Sheraldo Becker, der endlich sein erstes Saisontor feiern darf. Tim Maciejewski, der als Eigengewächs sein Profidebüt in der Bundesliga gibt. Und auch Cedric Teuchert, der erneut als Joker erfolgreich ist.

Beispiele wie diese zeigen, was die Eisernen für ein verschworener Haufen sind. Wo Jeder für Jeden einsteht und alle nur ein Ziel haben: Den Klassenerhalt!

Doch in Anbetracht der Tabellensituation stellt sich wieder die Frage: Nur den Klassenerhalt? Mit jeder Woche drängt diese Frage mehr ins Gedächtnis. Noch ist die Saison lang, die Gegner werden noch schwer. Bald warten der FC Bayern, Borussia Dortmund, auch RB Leipzig ist noch dran. Und der Krisenklub aus Charlottenburg, der sich heute zumindest etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen konnte. Doch gerade die Art und Weise, wie die Eisernen Bielefeld an die Wand gespielt haben, setzt ein Gefühl frei, dass Union im Moment irgendwie jeden schlagen kann.

Dieses Gefühl ist gefährlich, würde Urs Fischer sicher sagen. Und er hat Recht, denn für Selbstzufriedenheit war in einem Arbeiterbezirk wie Köpenick noch nie Platz. Doch dieses Team, dieser verschworene Haufen, ist noch nicht am Limit. Da geht noch mehr, das spürt man. Und wenn die Eisernen so richtig in Fahrt kommen, kann man nur hoffen, dass dann möglichst viele Fans dabei sein dürfen. Denn das leere Stadion An der Alten Försterei war der einzige Wehrmutstropfen an diesem ansonsten perfekten Fußballnachmittag.