Bauen gegen Fürth auch auf die Unterstützung durch ihre Fans: die Kicker des 1. FC Union. imago/Nordphoto

Die Eisernen und die vermeintlich Kleinen. Obwohl, Trainer Urs Fischer kennt ja keine Kleinen und rechnet den Freitagsgegner Fürth (20.30 Uhr) folglich nicht zu den selbigen. Jeder der in der Bundesliga ist, hat sich das verdient, so der Schweizer Fußballlehrer. Und doch ist auffällig, dass die Köpenicker gegen die, nennen wir sie mal Kellerkinder oder die Klubs aus dem Schlussdrittel, mehr Federn gelassen haben, als zu erwarten gewesen ist. Das soll diesmal nicht der Fall sein. Denn die Eisernen setzen auf den Faktor Festung Försterei.

Es war ja nicht nur das 0:1 im Hinspiel, als die Köpenicker den Hausherren etwas Historisches gestatteten. Der Sieg der Kleeblätter war ihr erster Heimerfolg in der Geschichte der Bundesliga, errungen im 24. Anlauf. Doch auch gegen andere dieser Teams ließen sich die Eisernen ärgern.

In Stuttgart gab es ein spätes 1:1. Das Rückspiel endete mit demselben Resultat. In Bielefeld gingen mit einem 0:1 sogar alle Punkte flöten. Augsburg holte gegen die Eisernen gar vier von sechs möglichen Punkten. Klein, aber gemein? Liest sich komisch, wenn man an die sonstige Bilanz der Köpenicker im Fußball-Oberhaus denkt.

Ballbesitz als Problem für Union

„Vielleicht hatte es damit zu tun, dass wir mehr Ballbesitz hatten und uns damit schwer getan haben“, liefert Fischer einen möglichen Erklärungsansatz. Denn dass seine Jungs die Gegner womöglich unterschätzt hatten, wollte er nicht als Ursache gelten lassen. „Jedes Spiel ist ein schweres Spiel“, so der 56-Jährige. Das wisse seine Truppe.

Doch dass sein Team damit mittlerweile besser zurecht kommt, nicht mehr nur auf Pressing und Umschaltspiel setzen muss, dafür lieferte der jüngste 2:1-Auswärtserfolg in Leipzig ein Beispiel. Mit immerhin 45 Prozent Ballbesitz haben die Köpenicker das Spiel nahezu ausgeglichen gestaltet.

Försterei nicht ausverkauft

Doch Fischer setzt gegen Fürth noch auf einen ganz anderen Faktor. Auf die Festung Alte Försterei, auf den Vorteil Försterei. Dort konnten bislang nur die Bayern und ihr Möchtegern-Verfolger Dortmund triumphieren.

„Zu Hause fühlen wir uns wohl. Da ist auch die Unterstützung, die du hast. Das hilft in Phasen des Spiels, wo es ein bisschen schwieriger ist. Es ist eine Wucht, wenn unsere Fans Stimmung machen“, meinte Unions Erfolgscoach.

Dass die Gäste nur mit 1000 Anhängern in Berlin erscheinen werden, die Försterei nicht ausverkauft sein wird, wird den Franken also auch nicht gegen die Übermacht des eisernen Anhangs helfen können. Mit diesem Pfund wollen die Eisernen wuchern. Jetzt und zum Saisonfinale gegen Bochum. Das sind fest eingeplante sechs Zähler. Dazu das mögliche Endspiel um Europa in Freiburg. „Schauen wir mal, wozu es am Ende reicht“, so Fischer.

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