Quält sich für den Traum von der Bundesliga: Unions Neuzugang Kevin Behrens. imago/Matthias Koch

Was lange währt, wird endlich gut. Schon vor einem Jahr hatte der 1. FC Union die Fühler nach ihm ausgestreckt, im zweiten Anlauf wurde Kevin Behrens nun eisern. Und aus jeder Pore seines Körpers strömte das Glück, jetzt in  vergleichsweise hohem Fußballeralter, mit 30 Jahren, doch noch  den Sprung in die Bundesliga geschafft zu haben.

Aus dem kleinen Sandhausen ins große Berlin. Aus Liga zwei in die Beletage des deutschen Fußballs. Ein großer Schritt. Und letztlich erfüllt sich Behrens gerade den Traum, den er als kleiner Junge schon geträumt hatte, der aber fast unerreichbar schien. „Verabschiedet habe ich mich nie davon. Schon letztes Jahr hätte es ja fast mit dem Angebot von Union geklappt. Aber da hatte Sandhausens Präsident was dagegen. Umso mehr freut es mich, dass es doch noch geklappt hat“, meinte der 30-Jährige.

Behrens erlebt ein Fußballmärchen

Es liest sich fast wie eins dieser Fußballmärchen: Bremen II, Wilhelmshaven, Hannover II, Aachen, Essen und Saarbrücken hießen seine Stationen. Die Regionalliga schien das höchste der Gefühle. „Ich war zu sehr Heißsporn, habe mir oft durch meine Emotionen etwas verbaut“, meinte Behrens rückblickend. Dann kam vor drei Jahren auf einmal Sandhausen um die Ecke, und Behrens schlug ein. 

31 Tore in 94 Zweitligaspielen sind eine ordentliche Ausbeute. Mit seiner neuen Rolle als inzwischen zweifacher Familienvater kam auch ein gehöriges Maß an Selbstdisziplin und Reife hinzu. Und auf einmal flutschte es. So gut, dass sich diesen Sommer die Anfragen häuften. „Diese Situation hatte ich noch nie, dass ich mir den Verein aussuchen konnte. Am Ende haben wir uns für Union entschieden“, sagte Behrens, dem auch von einem anderen Bundesligisten eine Anfrage vorgelegen hatte und der als gebürtiger Bremer auch zu Werder hätte gehen können. 

Kevin Behrens hat Vorbilder bei Union

Knatsch in der Familie – alles Werder-Sympathisanten – blieb ihm so erspart. „Das wäre wohl was anderes gewesen, wenn ich nach Hamburg gegangen wäre“, muss Behrens selber lachen. 

Union wurde es am Ende auch, weil er hier zwei Vorbilder gesehen hat: Marius Bülter – der einen ähnlichen Werdegang mit lauter Regionalligaklubs hinter sich hatte – und Robert Andrich. „Man hat gesehen wie die sich entwickeln konnten. Auch weil Union ihnen die Chance gab, zu spielen.“ Diesen Weg möchte er jetzt auch einschlagen. 

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