Unions Keven Schlotterbeck hätte gern am Sonnabend die Untestützung von seinem Bruder Nico (l.). Foto: Patrick Seeger/dpa

Berlin - Sonnabend, 16. Mai so gegen 15 Uhr in der Alten Försterei. Düsseldorf würde sich gleich die Ehre geben. In einer normalen Welt wäre es das letzte Heimspiel des 1.FC Union in der Saison und die Eisernen würden all den Akteuren, die den Verein verlassen, einen Blumenstrauß in die Hand drücken. Einer davon könnte Keven Schlotterbeck sein. Die Leihzeit des Freiburgers geht ja dann offiziell zu Ende.

Doch das derzeit wenig normal ist, steht fest. Die Spielzeit endet nicht am 16. Mai. Und so sie mal endet, nicht mit Publikum. Mit anderen Worten, Keven würde gegebenenfalls ohne standesgemäße Verabschiedung Köpenick den Rücken kehren. „Daran habe ich letzte Woche auch mal gedacht. Das wäre echt schade, wenn ich nicht mehr vor dieser geilen Kulisse spielen könnte. Aber mal schauen, man sieht sich ja immer zwei Mal im Leben“, wollte der Innenverteidiger noch keine Abschiedsreden gehalten wissen.

Schlotterbecks Zukunft offen

Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass die Breisgauer und Union sich über die zukünftige Verwendung des 1,89 m großen Abwehrspielers erneut ins Einvernehmen setzen werden. Immerhin ist er ja bei Union mit 15 von 25 möglichen Spielen zu so etwas wie einer Stammkraft gereift, aber sicherlich noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Könnte ein weiteres „Ausbildungsjahr“ da nicht beiden Vereinen weiterhelfen? Zumal Keven dadurch weiterhin dem Duell mit Brüderchen Nico um die gleiche Position aus dem Weg gehen würde.

Zukunftsmusik. Im Hier und Jetzt bereitet er sich mit den Kollegen auf den Tag X vor. Nach dem abgeblasenen Spiel gegen die Bayern hielt es ihn noch vier Tage „Zuhause“ in der Hauptstadt. Vier Tage später kehrte er aber schon wieder vom elterlichen Besuch aus dem Badischen zurück. „Hier in Berlin waren die Trainingsmöglichkeiten mit dem Kraftraum besser“ erklärte der 22-Jährige.

Schotterbecks auf Einkaufstour mit Ryerson

In Köpenick hat er aber bis zur Wiederaufnahme des Kleingruppen-Teamtrainings vor zwölf Tagen nicht nur an seiner Fitness gearbeitet, sondern zu seiner eigenen Überraschung auch mal zu einem Buch gegriffen. Vor allem aber hat er – auf sich gestellt, wie er war – an seinen Kochkünsten gearbeitet, wie er verriet. „Ich war oft mit Julien (Ryerson/die/Red.) Einkaufen. Der hatte gute Tipps drauf zur gesunden Ernährung“, so Schlotterbeck weiter.

Am Sonntag (16.20 Uhr) blickt er aber einem anderen Höhepunkt entgegen. Zusammen mit Julius Kade gilt es in der Bundesliga-Home-Challenge auf Fifa 20 das Stadtderby gegen Hertha an der Konsole zu bestehen.

„Eigentlich müsste ich Nico spielen lassen, er kann das besser. Ich bin mehr so in Shooter-Spiele“, meinte Keven, der sich auf die Abwechslung freut. Und bloß nicht verlieren möchte. „Sonst drücken dir die Jungs schon einen Spruch rein und fragen, was war denn da los? Kannst du das also auch nicht“, so Schlotterbeck lachend.  Gilt es also tunlichst zu vermeiden.