Sangen beim Testspiel gegen Hannover lautstark vor sich hin: Fans des 1.FC Union. Foto: Andreas Gora/dpa

Immerhin was. Das weithin und in vielen Teilen auch sehr polemisch diskutierte Singen der Union-Anhänger beim Testspiel gegen Zweitligist Hannover - eigentlich ein Fangrundrecht! - bleibt laut rbb folgenlos. Aber nicht, weil das Bezirksamt nicht nach einer Möglichkeit gesucht hätte, die Eisernen abzukassieren. Eine Lücke im Bußgeldkatalog lasse keine Bestrafung zu, sagte Bernd Geschanowski (AfD), Gesundheitsstadtrat in Treptow-Köpenick. 

Man habe „selbstverständlich geprüft“ und geschaut, „welche Möglichkeiten bestehen, ein Bußgeldverfahren einzuleiten“, sagte er. Eine Geldstrafe sei laut Geschanowski aber nicht möglich, weil die Unterlassung der Gesänge zwar in der neuen Infektionsschutzverordnung stehe, der geltende Bußgeldkatalog aber keine Sanktionen dazu aufführt.

Klingt ganz stark danach, als ob Geschanowski das persönlich bedauere. Treptow-Köpenick sei nicht in der Lage dazu, selbstständig daran etwas zu ändern, so seine Erklärung, das obliege dem Senat. Der zuständige Staatssekretär sei aber von ihm über die Lücke entsprechend aufgeklärt worden. Man hoffe nun im Bezirksamt auf baldige  Nachbesserung. 

Bezirksstadtrat für Geisterspiele in der Försterei

Die Thematik Singen als solche könnte sich aber schnell erledigt haben.  Geschanowski glaubt - auch mit Blick auf das kommenden Heimspiel der Eisernen  gegen den SC Freiburg (24. Oktober) -, dass beim aktuellen Infektionsgeschehen zeitnah keine Besucher mehr zugelassen werden,

„Aufgrund der Lage und der Entwicklung kann es durchaus sein, dass nicht nur von Bezirksseite eine Entscheidung kommt. Ich bin mir fast sicher, dass auch vom Land Berlin Regelungen getroffen werden, dass dann solche Veranstaltungen auch wieder als Geisterspiele stattfinden“, sagte er dem rbb und wurde dann deutlich, wohin bei ihm der Hase läuft: So der Senat nicht zeitnah reagiere, sei der Bezirk gefordert, um Maßnahmen zu, ergreifen. Mit anderen Worten: Union müsste wieder vor einer Geisterkulisse ran.