Ein letztes Mal wird Unions polnischer Schlussmann Rafal Gikiewicz im Stadion An der Alten Försterei am Sonnabend versuchen, die Bälle fest zu machen. Foto: Andreas Gora/dpa

Sag mir, wo die Blumen sind! Ein bisschen wird es am Sonnabend im Stadion An der Alten Försterei zugehen wie bei dem alten Klassiker von Marlene Dietrich. Denn dort, wo der 1.FC Union normalerweise beim letzten Heimspiel des Jahres mit blumigen Worten und großen Sträußen seine scheidenden Kicker verabschiedet, wird es vor dem Kick gegen Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr) keine feierliche Zeremonie geben. Ohne Fans auf den Rängen und mit all den durch Corona bedingten Auflagen ist das ja auch irgendwie sinnlos. 

Offiziell ist ja eh nur bekannt, dass Sebastian Polter und Rafal Gikiewicz die Köpenicker verlassen werden, sowie die Leihen von Yunus Malli (Wolfsburg) und Keven Schlotterbeck (Freiburg) enden. Christian Gentner befindet sich in Gesprächen mit Union über eine Ausweitung seines Arbeitspapiers für weitere 12 Monate. Im Besitz eines solchen soll angeblich Florian Hübner durch den Bundesligaaufstieg gelangt sein, da sich sein bis 2020 laufender Kontrakt automatisch verlängert haben soll.

Kroos meldete sich beim Amt

Fragt sich, wer die weiteren Blumenkinder sind? Felix Kroos hat in seinem regelmäßigen Podcast mit Brüderchen Toni erklärt, dass er sich arbeitslos gemeldet hat, weil er nicht wisse, wie es nach dem 30. Juni weitergeht. Im Umkehrschluss müsste das bedeuten, dass Union ihm keine Vertragsverlängerung anbieten wird. Auch Ken Reichel und Manuel Schmiedebach werden eher nicht zur neuen Saison noch an Bord sein. Bliebe nur noch Michael Parensen als größeres Fragezeichen. 

Zumindest Gikiewicz könnte aber heute eigentlich eine Ehrung bekommen, Union hat für seinen polnischen Torsteher ein Abschieds-T-Shirt aufgelegt, stellt ihn quasi damit in eine Reihe mit eisernen Legenden wie Torsten Mattuschka, Jan Glinker, Damir Kreilach oder Christian Stuff.  Aber auch der polnische Schlussmann wird dann im internen Kreis am Sonntag - also erst nach dem Spiel gegen Düsseldorf - erst verabschiedet werden. 

Denn auch wenn die Eisernen gerettet sind, haben sie noch eine Aufgabe  zu erledigen. Daher erwartet Trainer Urs Fischer von seiner Mannschaft im letzten Saisonspiel eine letzte Kraftanstrengung. "Es geht noch um was, nämlich darum, eine tolle Saison erfreulich zu beenden", lautete die unverblümte Ansage des 54-Jährigen.