Ländliche Idylle im Unterallgäu. In Bad Wörishofen will Union sich auf sein zweites Bundesligajahr einstimmen. Foto: Imago Images/MiS

Der Berg ruft. Wieder einmal. Genauer gesagt die Berge. Und doch ist dieses Sommertrainingslager für den 1.FC Union anders als in den Jahren zuvor. Erstens geht es nach statt nach Österreich in die Alpen ins Unterallgäu nach Bad Wörishofen (17. - 25. August). Zweitens wird dort in den Voralpen, wo der legendäre Pfarrer Sebastian Kneipp im 19.Jahrhundert seine Kneipp-Kuren entwickelte, auch alles im Zeichen von Corona stehen..

Mit anderen Worten: Auch dort in der ländlichen Idylle fernab des Großstadtrubels werden die Eisernen, die am 27. Juli mit ihren Coronatests und dem obligatorischen Medizincheck wieder loslegen, in einer selbstverordneten Quasi-Quarantäne leben. Publikumsverkehr ist in dem schwäbischen Landkreis eher nicht vorgesehen. Der Besuch der Trainingseinheiten, der in den letzten Jahren immer öffentlich war, wird auch eingeschränkt werden. Das heißt auch, dass der bei vielen Fans sehr beliebte, obligatorische Mannschaftsabend mit dem Team aus Infektionsschutz-Gründen entfallen wird. Begegnungen zwischen Fans und Profis, der klassische Smalltalk oder das Autogramme sammeln zwischen Trainingsplatz und Hotel müssen auch unterbleiben oder stark limitiert werden.

Nicht schön für die als reisefreudig bekannten Anhänger der Eisernen, die den Vorbereitungsorten für gewöhnlich ja stattliche Umsätze ermöglichen. Testspiele vor Ort sind derzeit noch nicht terminiert. Geeignete Gegner zu finden, ist derzeit auch nicht so einfach. Sie sollten ja auch entsprechende Corona-Schutzmaßnahmen ergriffen haben. Ungeklärt ist derzeit auch, inwieweit der Presse Zugang zu Interviewpartnern oder den Übungseinheiten gestattet wird. Skype-Schalten können nun mal das persönliche Gespräch nicht annähernd ersetzen, aber zu viel Nähe ist halt gefährlich.

Immerhin sollten in Bad Wörishofen die neuen Adidas-Trikots zu bewundern sein. Die hätte Union nur zu gerne in einer großen PR-Aktion dem heimischen Publikum in der Alten Försterei vorgestellt und nicht so nebenher eingeführt, wie es jetzt wohl laufen muss. Denn nach wie vor sind ja Veranstaltungen mit mehr als 5000 Besuchern in Berlin untersagt.