Robert Andrich 2014 im Trikot von Herthas U23 bei einem Regionalligaspiel gegen Lok Leipzig. Foto: imago images/Picture Point

Kampfgeist, Willenskraft und eine ehrliche Berliner Schnauze: Wohl kaum einer verkörpert die Werte des 1. FC Union so wie Mittelfeldstar Robert Andrich. Es ist fast, als würde eiskaltes Wuhlewasser durch seine Adern fließen. Was dabei fast in Vergessenheit gerät: Zwölf Jahre lang kickte Rob für die blau-weiße Hertha.

Von 2003 bis 2015 nämlich. In diesem Zeitraum durchlief der Mittelfeldmotor alle Jugendteams der Charlottenburger, stand zwischenzeitlich sogar im Kader der Profis. Eine lehrreiche Zeit. „Ich habe meine ganze Jugend da verbracht, Hertha BSC gehört zu mir und meinem Werdegang dazu“, sagt er. Und weiter: „Die Ausbildung bei Hertha hat mich zu dem gemacht, der ich bin.“ Dennoch seien die blau-weißen Jahre „längst abgeschrieben“.

Tatsächlich sagt Andrich sogar: „Mir fällt nichts ein, was mich heute noch mit Hertha verbindet. Jugendbereich und Männermannschaft sind einfach zwei völlig verschiedene Dinge.“ Spiele im Olympiastadion hat er „nur als Balljunge“ richtig vor Fans erlebt, das Spiel in der vergangenen Saison war bereits wegen Corona ein Geisterderby. „Einmal war ich in der Zweiten Bundesliga im Kader, saß aber nur auf der Bank und durfte mich lediglich aufwärmen“, erinnert er sich.

So ist es kein Wunder, dass man Andrich irgendwie gar nicht mehr mit Hertha in Verbindung bringt. Trotz zwölf blau-weißen Jahren ist der 26-Jährige, nach Stationen in Dresden und Heidenheim, mittlerweile durch und durch Unioner. Was den einen oder anderen in Charlottenburg mit Sicherheit tierisch ärgern dürfte...