Loris Karius fiebert nach seinem Debüt im Test gegen Hannover nun seiner Pflichtspielpremiere für Union auf Schalke entgegen.  Foto: Matthias Koch

1,89 m, breitschultrig, blondes Haar. Loris Karius könnte auch sofort für die nächste Staffel von Vikings gecastet werden. Doch der 27-Jährige ist zwar mit der Schauspielerin Sophia Thomalla liiert, aber in die Hauptstadt kam er zum Bällefangen. Erstmals seit seiner Verpflichtung sprach die Leihgabe des FC Liverpool über seine Ziele bei und mit Union. Karius über ...

... das Ziel Klassenerhalt: Ich glaube schon, dass wir gute Chancen haben, in der Liga zu bleiben. Wir haben uns gut verstärkt, spielen einen guten Fußball. Wir sind auf einem guten Weg, auch wenn sich alles immer schnell mal wieder ändern kann. Deshalb ist es wichtig,  dass man dran bleibt. Wenn wir nicht zuversichtlich wären, dass wir es packen werden, wäre ich gar nicht erst hergekommen.

... seine Rückkehr in die Bundesliga: In der Vorbereitung in Liverpool war ich mir noch nicht sicher, ob ich gehen oder bleiben wollte. Natürlich wäre ich nicht erster Torwart gewesen, aber in England hätte ich trotzdem meine Spielzeit gekriegt. Da sind so viele Spiele, allein schon durch die Pokale. Aber ich wollte dann doch Woche für Woche lieber auf dem Platz im Tor stehen. Die Bundesliga hat mich als Deutscher immer gereizt. Da passte Union einfach. Hier kann ich was erreichen. Union ist hungrig. Eine Situation, die ich so auch aus Mainz kenne.

... das verlorene Champions-League-Finale 2018 mit seiner später diagnostizierten Gehirnerschütterung: Kiew ist für mich abgehakt. Für mich ist das schon lange kein Thema mehr. Und an eine Auswechslung hat seinerzeit keiner gedacht. Es wird nicht im Spiel diagnostiziert, das läuft ja weiter.

... Jürgen Klopp: Jürgen Klopp war immer fair und ehrlich und sagt einem, wie es aussieht. Wir hatten ein gutes Verhältnis. Er hat mir gratuliert und gesagt, dass Union ein guter Schritt ist, weil ich hier die Chance habe, mich auszuzeichnen und zu zeigen dass ich ein guter Torwart bin. Dass er mit Mainz mal eine Vorgeschichte hatte, weiß ich. Aber das ist so lange her. Klopp ist alles, aber kein nachtragender Mensch.

Stand erstmals seit seiner Verpflichtung bei den Eisernen Rede und Antwort: Loris Karius. Foto: Matthias Koch

... die zweite Liverpooler Leihgabe bei Union, Taiwo Awoniyi: Wir haben uns hier das erste Mal gesehen. In der Vorbereitung war er ja nicht bei den Profis, sondern bei unserer U23. Und zuletzt war er ja auch immer verliehen und ich in der Türkei. Ich habe ihn hier tatsächlich zum ersten Mal gesehen. 

... die Wohnungssuche:  Wir haben hier ja schon eine Wohnung, da musste ich gar nicht erst suchen.

... seine Entscheidung für Berlin und ob sie auch in der Beziehung zu Sophia Thomalla begründet lag: Eigentlich nicht. Ich richte mein Privatleben nicht danach aus, wo ich arbeite. Ich habe noch ein paar Jahre im Sport vor mir. Danach kann ich ja leben, wo immer ich will.

... den Konkurrenzkampf mit Andreas Luthe: Konkurrenz hat man immer. Das ist nichts neues: Wir pushen uns gegenseitig im Training und haben kein Problem miteinander. Dem Konkurrenzkampf muss man sich stellen als Profi. Klar, Torhüter sind immer eine spezielle Position, da kann nur einer spielen und steht dann im Tor. Ich habe mich sicher gefühlt im Test gegen Hannover. Natürlich hat mir der Trainer noch nicht gesagt, ob ich gegen Schalke ran darf. Aber natürlich habe ich den Anspruch zu spielen.

... den kommenden Gegner Schalke: Ihr neuer Trainer hat ja in der Länderspielpause Zeit gehabt, seine Spielweise den Spielern einzuimpfen. So eine Aufgabe ist dann immer schwierig, weil man nicht genau weiß, wie sie zu bespielen sind. Die werden alles geben. Ich kenne es von mir selber, bei einem neuem Trainer will man immer gleich 120 Prozent geben, um ihm zu zeigen, dass man da ist. Von daher ein schweres Spiel.