Loris Karius streckt sich vergeblich. Der Ball geht an den Pfosten und den Nachschuss setzte Hannover in die Maschen.  Foto: City-Press

Das Union-Debüt von Loris Karius begann mit Verspätung. Weil Hannover 96 bei der Anreise im Stau stand, wurde die Testpartie der Eisernen gegen die Niedersachen 20 Minuten später angepfiffen. 1759 Besucher ließen sich die Laune davon nicht verdrießen. Sangesfroh und mit viel Abstand auf den Rängen feierten sie ein am Ende souveränes 4:1 (1:0) der Hausherren.

Karius, der beim Gang in sein Gehäuse von der Waldseite mit warmem Applaus begrüßt wurde, hatte einen geruhsamen ersten Durchgang. Das Geschehen spielte sich meist in der Hälfte der Gäste ab. Dort hätte Taiwo Awoniyi nach feinem Zuspiel des gut aufgelegten Akaki Gogia fast die Führung erzielt (5.). Zwei Minuten später legte die zweite Liverpooler Leihgabe neben Karius Keita Endo fein auf, der aber in Michael Esser seinen Meister fand. Den ersten Schuss musste Karius nach 23 Minuten aufnehmen. Wenig später fiel dann auf der Gegenseite durch Gogia - Endo war von Elez im Strafraum zu Fall gebracht worden - das 1:0 per Strafstoß (27.).

Feierte sein Elfmetertor: Unions Akaki Gogia. Foto: City-Press

Beim Gang in die Kabine zur Halbzeit tauschte sich Karius mit Torwarttrainer Michael Gspurning aus. Viel zu bereden gab es eher nicht. Vielleicht wollte er ihn auf neue Vorderleuten einstellen, denn zur Halbzeit begann Urs Fischer seine Tauschorgie. 

Doch dann musste Karius doch hinter sich greifen. Twumasi traf an den Pfosten, den rausprallenden Ball setzte Ex-Unioner Valmir Sulejmani - sechs Spiele zwischen Januar bis Mai 2015 -  ins kurze Eck (49.). Karius war zwar blitzschnell wieder oben gewesen, kam aber an die Kugel nicht mehr ran.  Gegen den frei zum Abschluss kommenden Hendrik Weydandt konnte er wenig später aber doch seine Klasse zeigen (63.). 

Zusätzlich erfreute ihn die erneute Unionführung. Sheraldo Becker hatten den Turbo eingelegt, mustergültig geflankt und Marius Bülter brauchte am zweiten Pfosten nur noch zum 2:1 einnicken (70.). Dann war auch noch Cedric Teuchert mit einem Doppelpack zur Stelle (72./75.). Einstand nach Maß für Karius bei seinem Debüt.

Wobei der Sieg aber auch erst so rausgespielt worden war, nachdem Fischer ein wenig lauter geworden war am Spielfeldrand. „Manchmal muss eben auch einen Impuls von außen setzen“, meinte der Schweizer mit einem Lächeln. 

Zurück zu Karius. Urs Fischer war mit dem Einstand seiner neuen Nummer eins zufrieden: „Er hat seine Sache gut gemacht. Und es war ja nicht ganz einfach für ihn. In der ersten Halbzeit war er fast arbeitslos. Da hat er nur einen Schuss zu halten gehabt. In der ersten Viertelstunde nach der Pause bekam er mehr zu tun.“

Union spielte mit: Karius - Ryerson, Friedrich (46. Knoche), Hübner, Gießelmann - Prömel (71. Maciejewski), Griesbeck (79. Schneider) - Gogia (46. Becker), Kruse (46. Teuchert), Endo (62. Bülter) - Awoniyi