Das Ergebnis des Hinspiels drückt die Überlegenheit des 1. FC Union am Ende nicht wirklich aus.
Das Ergebnis des Hinspiels drückt die Überlegenheit des 1. FC Union am Ende nicht wirklich aus. Jan Huebner/Imago

Das Derby wirft schon seinen Schatten voraus. Auch wenn für den 1. FC Union an diesem Mittwoch zunächst einmal die Aufgabe in Bremen unmittelbar vor der Tür steht (20.30 Uhr, Sky). Doch schon jetzt steht fest: Ein Dreier beim SV Werder und die Eisernen kommen mit richtig Schwung ins immer noch nicht ausverkaufte Olympiastadion. Der Kampfauftrag an der Weser steht damit fest für die Köpenicker: Kehrt mit breiter Brust aus der Hansestadt zurück!

Alles kein Selbstgänger. Und die 1:7-Pleite in Köln sei nun auch kein echter Gradmesser für die Leistungsstärke des Aufsteigers. „Das letzte Spiel lassen wir weg, da ist einiges schiefgelaufen“, so Trainer Urs Fischer.

Der Schweizer erinnerte zudem daran, dass seine Eisernen ja schon ähnliche Erfahrungen gemacht hätten. Beispielsweise beim 0:5 in Leverkusen, als nach einer recht ordentlichen ersten Hälfte in Durchgang zwei alle Dämme brachen und sich der 1. FC Union fünf Dinger in knapp einer halben Stunde einfing. „Es gibt solche Nachmittage, da passiert so etwas“, weiß der alte Fahrensmann Fischer.

Die Eisernen schüttelten sich. Und kamen vier Tage später zu einem 2:2 gegen Augsburg, bei dem bis auf das reine Ergebnis alles stimmte. „Das Gute ist, dass du zwei, drei Tage später ein neues Spiel hast. Allzu lange haben sie sich nicht damit aufgehalten“, sieht Fischer seine Truppe daher nicht im Vorteil. 

1. FC Union: Eine gute Hälfte wird bei Werder nicht langen

Wohl aber, darin, dass seine Mannschaft gegen Hoffenheim mal wieder eine tolle Moral bewiesen habe. Zumindest nach der Pause, als die Eisernen die Partie noch drehten und mit 3:1 gewannen. Klar ist ihm aber auch, dass an der Weser es erforderlich sein wird, von Beginn an hellwach zu sein und nicht nur eine gute Hälfte den Erfolg garantiert. „Gegen Hoffenheim hatten wir unseren Aha-Effekt nach der ersten Hälfte. Das Spiel beginnt aber mit der ersten Minute, nicht mit der 46.“, plauderte der Trainer aus dem Nähkästchen der Nachbetrachtung.

Gut für ihn: In Bremen könnte Sven Michel wieder eine Kader-Option sein. Zudem steht Diego Leite nach abgesessener Rotsperre aus dem Freiburg-Spiel vor der Rückkehr ins Team. Denn das Motto „Never change a winning team“ ist keins, dem der Schweizer bedingungslos huldigt. 

An einen Nachteil für Leite, dass er das erste Spiel verpasst hat, daran glaubt Fischer nicht. „Nachteil? Kann sein, muss es aber nicht. Logisch, für ihn war es in der Vorbereitung nicht ganz einfach,  weil er wusste, dass er beim ersten Spiel nicht dabei ist. Er hat aber trotzdem Leistungen in den Testspielen gezeigt“, so Fischer über die Leihgabe des FC Porto, der an diesem Montag 24 Jahre jung geworden ist und der im Sommer für festgeschriebene 7,5 Millionen fest verpflichtet werden könnte.

Der 1. FC Union trifft mit Hertha auf einen angeknockten Gegner

Die Eisernen können also mit Selbstvertrauen im Weserstadion aufdribbeln. Und mit einem Dreier sich den nötigen Schwung für das innerstädtische Duell am Sonnabend holen. Zumal die Jungs aus dem Westend nach ihren zwei Auftaktniederlagen (1:3 in Bochum, 0:5 gegen Wolfsburg!) nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzen werden. Denen geht – gelinde gesagt – der Allerwerteste auf Grundeis. Die hätten bei einer dritten Niederlage in Folge so richtig Probleme …

Ein Punkt, der trotzdem eine Rolle spielen wird bei der Mission „Breite Brust“, ist die Frage der Regeneration. Union spielt nicht nur einen Tag später als die alte Dame. Sondern muss auch zurückreisen.

Und der Streik des Flughafenpersonals beeinträchtigt das. Union plant – Stand jetzt – am Tag nach dem Spiel nach Berlin via Schönhagen bei Trebbin per Charterflug zurückzureisen und in Bremen zu übernachten. Aber wer sagt denn, dass der Flughafen Schönhagen am Donnerstag nicht weiter betroffen ist von dem Streik? 

Für ’ne richtig breite Brust wären da weniger Umstände wünschenswert …

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