Andreas Luthe (l.) konnte Jakob Busk beim Kampf ums Union-Tor bislang immer in Schach halten. Schafft er das jetzt auch bei Frederik Rönnow? City-Presss/Matthias Renner

Als Union-Kicker nach dem letzten Test vor der Abreise auf Ehrenrunde im Stadion An der Alten Försterei gingen, wurde ein Mann von den Fans besonders lautstark gefeiert. Immer wieder kamen lautstarke Luthe-Rufe. Unions Nummer eins hatte ja auch seinen Anteil gehabt an der starken Saison der Eisernen, die ihnen am Ende Platz sieben und den Einzug in die Play-offs der Conference League beschert hatte.

1. FC Union: Neuer Konkurrenzkampf im Tor der Eisernen rund um Andreas Luthe

Doch dass das kein Freibrief ist für diese Spielzeit, davon kann Andreas Luthe dieser Tage ausgehen. Trainer Urs Fischer gehört eh nicht zu der Spezies von Trainern, die gerne Erbhöfe verteilen. Pragmatiker, der er ist, lebt der Schweizer im Hier und Jetzt. Und mit der Verpflichtung von Fredrik Rönnow unterstrichen die Köpenicker, dass sie in dieser Saison im Tor den Konkurrenzkampf neu entfachen wollen.

Luthe steckt quasi in der Dänen-Zange zwischen Jakob Busk und Neuzugang Rönnow. Dänen muss er es jetzt zeigen, wenn er seinen Status als Nummer eins im Tor der Köpenicker behalten will. Sollte bei Busk eher leicht fallen, aber bei Rönnow?

Fredrik Rönnow will kein zweiter Loris Karius werden

Der 1,90 m große, aus Horsens stammende Schlussmann hatte zwar auf seiner Leihstation Schalke in elf Spielen auch keine überragende Figur abgegeben. Aber das Chaos beim Revierklub hat in der abgelaufenen Saison jeden kleingekriegt ungeachtet seiner Fähigkeiten. Den Dänen war das egal, sie nominierten Rönnow, der am Sonntag in Oberlängefeld zu Union stoßen soll,  für die EM als Ersatzmann für Kasper Schmeichel.

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Anders als Karius würde Rönnow große Teile der Vorbereitung mitmachen können und nicht erst in Köpenick eintrudeln, wenn die Messen gelesen sind und Andreas Luthe sich schon im Tor auszeichnen konnte. Mit anderen Worten einem offenen Zweikampf, den Karius ja als nicht gegeben beklagt hatte, stünde nichts im Weg.

Zudem soll Rönnow fest unter Vertrag genommen werden. Inklusive Bonuszahlung und einiger Klausel müssten die Eisernen rund eine Million Euro ins Hessische überweisen, wenn Rönnow zur neuen Nummer eins avanciert. Der Däne wäre zudem fünfeinhalb Jahre jünger als Luthe und würde bis zum Sommer 2023 unter Vertrag stehen. Dann soll zwar auch Lennart Moser zurückkommen. Aber der wird wohl eher als Nummer zwei aufgebaut werden. Zumindest in der näheren Zukunft.