Den Sieg vor den Augen, den Blick weit nach vorn! Julian Ryerson will mit dem 1. FC Union in den kommenden Monaten noch viel erreichen.
Den Sieg vor den Augen, den Blick weit nach vorn! Julian Ryerson will mit dem 1. FC Union in den kommenden Monaten noch viel erreichen. Imago/Matthias Koch

Der Herr der Standards beim 1. FC Union? Das ist doch einfach. Für gewöhnlich Christopher Trimmel. Auch wenn er derzeit weit entfernt ist von seinen Glanzspielzeiten 2020/21 und 2019/20 ist, als er den Kollegen 21-mal einen Treffer servierte. Doch das macht ja nichts. Wenn andere in die Bresche springen! Und wie beim letzten Testkick gegen MSK Zilina (3:1) zu bewundern war, scheint Julian Ryerson auch in diesem Punkt ein designierter Nachfolger für Unions Capitano zu werden.

Genki Haraguchi wusste genau, bei wem er sich bedanken sollte, nachdem der norwegische Nationalspieler ihm die Kugel mustergültig zum 1:0 auf den Schädel geflankt hatte. Auch der war sichtlich glücklich darüber, dass ihm das endlich mal wieder geglückt war und dass mit diesem Kick die Vorbereitung endlich ein Ende gefunden hatte.

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So stand er am Ende des Abends in der Mixedzone der Alten Försterei. Aus jeder Pore seines Körpers strahlte die Gewissheit, seinen Job zum wiederholten Male gut erledigt zu haben. Was in Europa einigen Klubs aufgefallen ist und daher bei den Union-Fans die bange Frage hat aufkommen lassen, ob Ryerson über den Sommer hinaus eisern bleiben wird. Englische und italienische Klubs sollen ja ein Auge auf ihn geworfen haben.

Ryersons Vertrag beim 1. FC Union läuft aus, aber ...

Nur zur Erinnerung: Sein Vertrag läuft aus. Unions einseitiges Optionsrecht auf weitere zwölf Monate ist aber an eine Ausstiegsklausel gekoppelt. Die dann fällig werdenden fünf Millionen Euro Ablöse sind aber deutlich zu wenig für den Außenverteidiger, wenn man seine Entwicklung betrachtet.

Damit konfrontiert, lächelte der 25-Jährige so geheimnisvoll, wie es für gewöhnlich nur aus dem Fernen Osten stammende Asiaten können. Es bringt ihn offenbar nicht aus der Ruhe, dass sich um seine Person Spekulationen ranken. Indirekt ja auch ein Kompliment für seine Entwicklung.

„Ich habe sehr gut schlafen können. Jeder andere hat sich mehr darum gekümmert als ich. Ich bin da ganz entspannt“, meinte der Halbamerikaner. Wie immer in ziemlich fließendem Deutsch. Und einem Lächeln auf den Lippen, das seine Mundwinkel umspielte und bei dem man den Eindruck gewinnt, er wisse bereits jetzt, wie es mit ihm weitergeht.

Ryerson sieht noch eine Aufgabe für sich beim 1. FC Union

Die Aussichten sind ja auch für ihn rosig. Er hat ein gutes Blatt. Und Stand jetzt ist die Zukunft für Ryerson wohl eher in Köpenick zu finden.

Der Reiz, eine andere Kultur und Sprache kennenzulernen, steht offenbar nicht im Vordergrund. Italienisch zum Beispiel? „Mein Deutsch ist immer noch nicht perfekt. Könnte schlimmer, aber auch besser sein“, sieht er offenbar da noch eine Aufgabe abseits des Spielfeldes auf sich zukommen. Zumal er erst jetzt in den Genuss kommt, die Früchte seiner Arbeit in Köpenick zu genießen.

Es spricht also einiges für einen Verbleib. Doch Ryerson, der 2018 als seinerzeit 20-jähriger Jungspund zum 1. FC Union gestoßen ist und sich Stück für Stück mehr ins Team gekämpft hat, ist nicht der Typ, der leichtfertig Lippenbekenntnisse abgibt. Er weiß, dass in dieser Branche alles sehr schnell gehen kann. Also lächelte er weiter. „Was soll ich sagen?“ Spruchreif sei derzeit eh nichts. Außer dass er in den kommenden Monaten mit dem 1. FC Union noch was erreichen will.

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