Robert Andrich und Christopher Lenz sind seit langem schon echte Stützen im Erfolgsteam der Eisernen. Foto: Imago Images/Bernd König

Bittere Nachrichten für Bundestrainer Jogi Löw: Nach ohnehin zahlreichen Ausfällen müssen nach dem vergangenen Bundesliga-Spieltag auch Linksverteidiger Marcel Halstenberg (RB Leipzig) und Mittelfeldspieler Joshua Kimmich (FC Bayern) für die anstehenden Länderspiele gegen Tschechien (11.11.), die Ukraine (14.11.) und Spanien (17.11.) passen. Der KURIER bietet schon mal Ersatz an: Jogi, guck' doch mal an die Alte Försterei.

Ja, das klingt zunächst verrückt. Denn nach der Bundesliga-Premiere im Vorjahr, dem gefeierten Klassenerhalt und nun gerade einmal sieben gespielten Partien ist es sicherlich vermessen, sich Kicker der Eisernen ins Nationalteam zu wünschen. Zumal der übliche Weg, das bewiesen zuletzt Augsburgs Innenverteidiger Felix Uduokhai und Eindhovens Linksverteidiger Philipp Max, eigentlich über die U-Nationalmannschaften führt.

Doch lohnt es sich eben nicht nur für unseren Bundes-Jogi, bei Union mal genauer hinzuschauen. Im zentralen Mittelfeld hat Robert Andrich nämlich schon in den vergangenen Partien einen so großen Sprung zu seiner ohnehin schon erstaunlichen ersten Saison bei den Eisernen vollzogen, dass man sich gar nicht ausmalen mag, wohin die Entwicklung des sich mit 26 Jahren im besten Fußballalter befindenden Potsdamers wohl noch hinführt.

Andrich kann zulangen, das hat er im vergangenen Jahr bewiesen. Neuerdings findet er in der Offensive aber immer wieder auch geschickt freie Räume und beweist dann, dass er zudem einen echt feinen Fuß hat. Beim 5:0 der Köpenicker gegen Arminia Bielefeld zwirbelte er die Kugel nach Zuspiel von Max Kruse zum 2:0 ins Netz, es war bereits sein zweites Saisontor. Sicher ist „Rob“ nicht der typische, glattgebügelte Nationalspieler, doch er würde mit seiner entspannten und unaufgeregten Art nicht nur das Team auf dem Rasen verstärken, sondern dem händeringend nach einer volksnahen Identität suchenden DFB-Team auch mal ein wenig Authentizität und Gradlinigkeit verleihen.

Als Ersatz für die notorisch unterbesetzte linke Verteidigerseite im DFB-Team werfen die Eisernen zudem Christopher Lenz in die Runde. Der ebenfalls 26-Jährige weiß genau wie Andrich, wie man sich nach oben arbeitet, sein Talent untermauert er mit einem entsprechenden Arbeitseifer. Einen so fleißigen wie rigoros verteidigenden Außenverteidiger – noch dazu mit Offensivqualitäten! – kann der Bundestrainer eigentlich immer gebrauchen. „Lenzi“ absolvierte einst zehn Partien in der deutschen U19, fiel dann aber durch das Raster.

Doch der flinke Marienfelder zeigte ebenfalls gegen Bielefeld, dass er nicht nur exzellent und hochkonzentriert verteidigen kann, sondern auch einen geschulten Blick für das große Ganze auf dem Rasen hat. Anders als seine Mitspieler übersah er den völlig freien Max Kruse im Vorlauf zu Andrichs Treffer nicht und verlagerte geschickt das Spiel auf die linke Seite. Überhaupt fällt Lenz auch neben dem Rasen immer wieder mit klugen taktischen Analysen auf. Das dürfte doch auch Jogi gefallen, oder?