Stoßgebete gen Himmel: Antony Ujah bedankt sich beim Fußballgott, dass seine Leidenszeit vorbei ist. imago/Matthias Koch

Zwölf Neue haben die Eisernen diesen Sommer verpflichtet. Doch eigentlich tummeln sich ein Dutzend plus eins Zugänge auf dem grünen Rasen in Köpenick. Denn Anthony Ujah kann nach über einem Jahr Ausfallzeit durchaus als frisches Blut in den Reihen von Union-Trainer Urs Fischer betrachtet werden.

Sicher, es waren nur sechs Minuten, die der Nigerianer in der Schlussphase des Tests gegen Athletic Bilbao (2:1) mitmischen durfte. Doch diese sechs Minuten waren für ihn ein Gottesgeschenk nach einer schier endlos erscheinenden Leidenszeit. Letztmals hatte der 30-Jährige am 27. Juni 2020 beim 3:1 gegen Düsseldorf das Union-Leibchen überstreifen dürfen und dabei sogar einmal getroffen und einen Assist beigesteuert. Danach war Schluss.

Routine-Eingriff bringt keine Besserung

Ein Routine-Eingriff in der Sommerpause des Vorjahres brachte nicht die gewünschte Verbesserung bei seinen Kniebeschwerden. Ewige Rückschläge machten eine weitere Operation erforderlich, sodass der 1,80 m große Mittelstürmer die ganze Spielzeit 2020/21 passen musste. Nun scheint das Drama abgehakt.

Ujah war förmlich überwältigt vom Moment, konnte seinen Gefühlen kaum richtig Ausdruck verleihen. „Ich fühle mich total glücklich und bin einfach nur froh, dass ich diese sehr, sehr schwierige Zeit hinter mir lassen kann. Heute ist ein großer Tag für mich“, suchte der Nigerianer sichtbar nach Worten und hatte bei keiner Silbe den Eindruck, dass sie das, was in ihm vorging, wirklich angemessen wiedergeben würden. „Heute nach über einem Jahr mit den Jungs auf dem Platz zu stehen, dieses Gefühl kann ich nicht beschreiben“, so Ujah überglücklich.

Trainer Urs Fischer freut sich natürlich mit Ujah noch mehr Alternativen im Angriff zur Verfügung zu haben. Auch wenn er Ujah weiter behutsam aufbauen wird. „Wenn man über ein Jahr raus war, dann dauert das entsprechend. Wir haben da keinen Grund zur Eile“, meinte der Schweizer Fußballlehrer, der natürlich jedem weiteren Rückschlag vorbeugen will.

Weiß Ujah natürlich auch. Auch, dass es für den Auftakt in München noch nicht reichen wird. Wahrscheinlich nicht mal für einen Platz auf der Bank. Doch die Tage sind gezählt, in denen Unions Nummer 11 zum Zuschauen verdammt war.

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