Engagiert an der Seitenline: Unions Trainer Urs Fischer versucht, sein Team vor Fehlern zu bewahren.  Foto: Imago/Joachim Bywaletz

Jetzt schlägts 13. So viele Tore waren in den beiden Spielen zwischen dem 1.FC Union und Eintracht Frankfurt in dieser Saison zu bewundern. Spektakel pur. „Ich glaube, für die Zuschauern an den Bildschirmen war es sehr unterhaltsam. Für die war es attraktiv.  Für mich als Trainer weniger", so Unions Chefcoach Urs Fischer am Tag nach der 2:5-Pleite seiner Eisernen in Frankfurt

Übrigens war das eigentlich noch nicht genug Spektakel. Denn mehr die wilden 13 waren drin. „Ich glaube, wenn wir unsere Möglichkeiten besser nutzen, wären es noch mehr Tore geworden. Wir hatten ja auch beim Heimspiel in der Hinrunde nach dem frühen 2:0 Chancen für den dritten und vierten Treffer“, so Fischer und  hatte bei diesen Hinweise auch noch die zahlreichen vergebenen Möglichkeiten am Main im Hinterkopf. 25:9 Abschlüsse gab es für Union. Treffer aber nur zwei. Das Zielwasser fehlte oder die Hausherren bekamen wiederholt auf der Linie für ihren bereits geschlagenen Keeper Kevin Trapp noch ein Bein dazwischen. „Am Schluss sprechen wir von fünf, sechs Großchancen, da sind wir fahrlässig mit unseren Möglichkeiten umgegangen“, lautete einer seiner Kritikpunkte an einem Spiel, in dem Union trotzdem vieles richtig gemacht hatte. 

Für Fischer zu viel Spektakel

„Ich bin vor  dem Spiel gefragt worden, wie viele Tore es geben wird“, plauderte Fischer aus dem Nähkästchen. Ein paar weniger wären ihm recht gewesen. Oder mehr halt für seine Truppe, die so am Ende mit leeren Händen dastand. Besonders die sechs Minuten, beginnend mit Robert Andrichs Eigentor, waren dem Schweizer schwer auf den Magen geschlagen. 

„Da war wir zu offen. Da waren wir nicht konsequent genug. Es waren noch genügend Minuten, das Resultat zu drehen. Es gilt, nach so einem Tor konzentriert zu sein. Immer nach einem Tor. Egal, ob man es kassiert oder selbst geschossen hat. Das waren wir aber nicht“, monierte der 55-Jährige und wie von selbst fand eine Vokabel wie naiv den Weg in seinen Mund. „Ich glaube erste Hälfte war, wenn es um Kompaktheit und Organisation ging, nicht gut. Das war zu einfach, den Gegner so einzuladen. Wir wussten, dass das eine Stärke von Frankfurt ist und trotzdem haben wir das zugelassen“, so seine tiefergehende Analyse der ersten Halbzeit im Allgemeinen und der sechs Horrorminuten im Speziellen. 

Fischer freut sich auf Pause

Niederlagen tun weh. Manche können aber fortschrittlich sein. Also suchte Fischer nach dem Guten im Schlechten. „Eigentlich will man nicht verlieren aber Niederlagen gehören zum Sport dazu: Der Glaube, dass man aus Niederlagen mehr lernt als aus Siegen“, so der Schweizer, der die bevorstehende Länderspielunterbrechung begrüßt. „Gut, dass jetzt 14 Tage Pause sind. Das ist wichtig, um den Kopf frei zu bekommen“, sagt Fischer. Denn er weiß, im Derby in zwei Wochen braucht es das.