Spielte gegen Gladbach ordentlich und darf wohl auch gegen die alten Kollegen aus Mainz ran: Taiwo Awoniyi. dpa/Bernd Thissen

Was für eine Woche! Erst sorgen die Eisernen mit dem Transfer von Loris Karius (FC Liverpool) für Schlagzeilen, dann legen sie sogar noch nach und holen den finnischen Nationalstürmer Joel Pohjanpalo von Bayer 04 Leverkusen an die Alte Försterei. Doch nach den Transferknallern ist vor dem Ligaspiel - und das müssen die Eisernen heute (20.30 Uhr, Stadion An der Alten Försterei) gegen Mainz 05 eigentlich gewinnen.

Denn auch die Gäste blicken auf eine bewegte Woche zurück. Nach einem Streik von Ungarn-Stürmer Adam Szalai und spontanen Solidaritätsaktionen der übrigen Mannschaft, fand der Karnevalsverein in Trainer Achim Beierlorzer einen Sündenbock und stellte den 52 Jahre alten Erlanger von seiner Trainertätigkeit frei. Stattdessen sitzt in Köpenick nun Jan-Moritz Lichte auf der Gästebank.

„Das gefällt mir gar nicht“, erklärte Union-Trainer Urs Fischer in der Pressekonferenz vor dem Spiel - meinte aber nicht das Trainerdebüt von Lichte, sondern die frühzeitige Entlassung von Beierlorzer. Der Schweizer fühlt mit dem Gekündigten: „Ich kann nachvollziehen, wie es ihm geht.“

Doch allzu sehr sollte sich der Coach nicht mit dem Mitleid für seinen Kollegen aufhalten, denn Fischer selbst hat genug knifflige Entscheidungen zu treffen, damit der erste Sieg nach der Auftaktpleite gegen Augsburg (1:3) und dem Remis in Mönchengladbach (1:1) klappt.

Da wäre zunächst mal die Torwartfrage: Startet Knaller-Karius, wahrscheinlich vor den Augen von Freundin Sophia Thomalla, im Union-Kasten oder bekommt Andreas Luthe nach nur zwei Ligaspielen und einer Pokalpartie seinen Abschiedskick? Tendenz: Luthe darf nochmal ran, Karius nach der Länderspielpause durchstarten.

Im Sturm stellt sich indes die Frage, welcher Neuzugang starten darf? Setzt Fischer auf Taiwo Awoniyi, mit dem er bei dessen Debüt in Gladbach durchaus zufrieden war oder schon gleich auf den vielseitigen Finnen-Knipser Joel Pohjanpalo? Hier hat Unions Übungsleiter einen Luxus: Der nordische Nationalspieler ist, neben seinen grundsätzlichen Qualitäten als Torjäger, ein formidabler Joker. Fischer kann gegen Mainz erst Awoniyi bringen, der es seinen alten Teamkollegen noch einmal zeigen kann und dann nach Belieben mit Pohjanpalo nachlegen.

Trotz zunehmender Corona-Fälle dürfen übrigens auch gegen Mainz 5000 Zuschauer ins Stadion An der Alten Försterei. Am Donnerstagnachmittag gab es sogar noch Restkarten, die sind nun aber weg.