Christopher Trimmel will mit seinen Kollegen dafür Sorge tragen, dass Bayerns Thomas Müller keinen Spaß am Sonnabend hat.  Foto: Imago/Camera 4

„Geht raus und spielt Fußball.“ Mit diesem einfachen Auftrag schickte einst der Kaiser die ihm Anvertrauten in Italien auf den Rasen und am Ende zum WM-Titel. Ähnlich minimalistisch könnte Urs Fischers Ansprache am Sonnabend (15.30 Uhr) in München sein, wenn er da mit dem 1. FC Union gastiert: Geht raus und habt Spaß.

Einfacher Grundansatz: Bei den Bayern habe man nichts zu verlieren. Da hätten schon ganz andere Teams mächtig Dresche bezogen. Doch der Ansatz des Schweizer Fußballlehrers geht nicht in diese Richtung. „Nur Spaß zu haben, geht nicht. Den Druck machst du dir selber. Es geht auch hier um drei Punkte“, so sein Credo. Einfach als Punktelieferant nach München zu reisen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, ist nicht Fischers Ding.

Und doch kommen jetzt so etwas wie die Spaßwochen für die Eisernen. Oder Bonuswochen. Der Klassenerhalt ist geschafft. Und das sieben Spieltage vor Schluss. Was eine minderschwere Sensation sei, wie Manager Oliver Ruhnert dieser Tage nicht aufhört zu betonen. Doch eben dies ermöglicht den Köpenickern nun, im finalen Teil der Saison befreit aufspielen zu können. Frei von schweren Köpfen zu sein, die der Klassenkampf ja sonst so mit sich bringt. 

Fischer hofft auf perfekten Tag

Und dass damit kein Austrudeln einhergeht, das versteht sich von selbst. Dafür ist Fischer nicht der Typ, dass er Schlendrian Einzug halten lassen würde. Der geht in jedes Spiel, um zu gewinnen. Mögen die Münchner am Sonnabend auch Favorit sein, für Fischer gibt es keine Spiele, in denen seine Truppe nichts holen kann. Was ja schon das 1:1 im Hinspiel uns alle gelehrt hat. 

Lesen Sie auch: Nach bitterem 2:3 gegen Paris: Bayern-Zoff immer doller: Sorgt Union jetzt für den Koller? >>

Ergo macht er allen Mut. Und bleibt dabei doch auf dem Teppich. „Es ist uns bewusst, dass wir einen perfekten Tag benötigen und die Bayern sicherlich nicht ihren besten haben dürften“, so der 55-Jährige. Hilfreich könnte dabei sein, Thomas Müller kalt zu stellen, der übrigens bislang gegen Union noch keinen einzigen Scorerpunkt erzielt hat in drei Anläufen. Das könnte in der Rolle als Spaßbremse hilfreich sein. 

PS: Den größtmöglichen Spaß haben die Münchner dem Eisernen Anhang wohl schon genommen. Ein Szenario, bei dem die Köpenicker am letzten Spieltag dem ungeliebten Retortenklub aus Leipzig die Punkte für den Titelgewinn klauen, ist eher nicht mehr auf der Tagesordnung. Schade eigentlich.