Hat einen Plan wie Egon Olsen. Also mächtig und gewaltig. Unions Präsident Dirk Zingler will künftig alle Stadionbesucher auf Covid-19 testen lassen.   Foto:  Andreas Gora/dpa

Sie lassen nicht locker. Der 1. FC Union meint es mit seinem Kampf um eine volle Stadionauslastung ernst und verfolgt jetzt einen Plan, um die gesamte Kapazität der Alten Försterei von 22.012 Zuschauern ausnutzen zu können. Kernpunkt ist dabei, dass sämtliche Stadionbesucher auf Corona getestet werden sollen, um beim Spiel dabei sein zu können. 

„Unser Stadionerlebnis funktioniert nicht mit Abstand und wenn wir nicht singen und schreien dürfen, dann ist es nicht Union. Gleichzeitig steht die Sicherheit unserer Besucher und Mitarbeiter im Mittelpunkt unserer Überlegungen. Wir wollen bestmöglich gewährleisten, dass sich in unserem ausverkauften Stadion niemand infiziert – das gilt für Unioner und gleichermaßen auch für Gästefans“, erklärt Vereinspräsident Dirk Zingler.

Um das zu erreichen, arbeiten die Eisernen darauf hin, alle Besucher des Spieltages - Fans und Mitarbeiter - auf eine Infektion mit dem Corona-Virus zu testen. Zugang zum Stadion erhält man dann mit einer gültigen Eintrittskarte und einem negativen Testergebnis, das zum Zeitpunkt der Stadionschließung nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Union will die Kosten für die Corona-Tests übernehmen

Der Hammer: Union will die Kosten dafür übernehmen. „Ein solches Konzept umzusetzen, ist eine enorme organisatorische und wirtschaftliche Herausforderung, der wir uns gerne und mit aller Kraft stellen. Dazu gehört auch, dass wir als Verein die Kosten für die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen selbst tragen werden. Uns geht es darum, den Menschen den Fußball zurückzugeben, den sie lieben und nach dem sie sich sehnen“, so Zingler weiter.

Wird sicherlich nicht ganz billig. Anfang Juni wurden solche Test mit 39,40 Euro von den Krankenkassen abgerechnet. Und wie das mit der auswärtigen Anhängerschaft klappen sollen, steht auch in den Sternen. Müssen sie die Kosten verauslagen und bekommen sie dann von den Köpenickern zurückerstattet? Oder gar einen Tag früher anreisen, um sich in Berlin testen zu lassen? Müssen jetzt am Freitag alle zum Arzt rennen, wenn am Sonnabend das Spiel ist? Da wird noch viel Wasser die Wuhle runter fließen, bis das alles geklärt ist. 

Derzeit führen die Eisernen Gespräche mit potenziellen Partnern zur Umsetzung ihrer Ideen. „Sobald die organisatorischen Rahmenbedingungen konkretisiert sind, wird Union mit seinen Vorstellungen beim zuständigen Gesundheitsamt des Stadtbezirks Treptow-Köpenick und des Landes Berlins vorstellig werden“, heißt es in einer Presseerklärung des Klubs.