Unions Christian Gentner (r.) - hier im Duell mit Schalkes Bastian Oczipka - steht gegen Freiburg vor seinem Startelf-Comeback. Foto: imago images / Pakusch

Manch knifflige Personalentscheidung hat Unions Trainer Urs Fischer in dieser Saison schon treffen müssen. Vor dem 1:1 auf Schalke musste er sich beispielsweise zwischen den beiden Torhütern Andreas Luthe und Loris Karius entscheiden. Auch vor dem Kick am Sonnabend (15.30 Uhr/Alte Försterei) gegen den SC Freiburg drohte so ein Fall. Christian Gentner ist ja wieder fit. Und bislang war der 35-Jährige bei den Eisernen auch gesetzt. Aber: Grischa Prömel und Robert Andrich hatten während Gentners verletzungsbedingter Abwesenheit ihre Sache gut gemacht. Wer also sollte den Schwarzen Peter in der Partie gegen die Breisgauer bekommen? 

Diesem Luxus-Problem sieht der Schweizer Fußballlehrer sich nun enthoben. Prömel konnte unter der Woche mehrfach nicht trainieren. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass Fischer da etwas riskieren will. Selbst wenn Prömel das Abschlusstraining absolviert haben sollte. Vorsicht ist halt die Mutter der Porzellankiste. Somit schlägt gegen die Elf von Christian Streich am Sonnabend wieder die Stunde des Routiniers bei den Eisernen. 

Zum Glück kein Start von Null auf Hundert. Auch wenn Fischer beim schwäbischen Mittelfeldspieler da überhaupt keine Bedenken hätte. „Gentner ein bisschen reinschmeißen ins kalte Wasser, muss man bei ihm und all seiner Erfahrung nicht mehr sagen“, so der 54-Jährige. Der zweifache deutsche Meister ist ja kein heuriger Hase. Zudem konnte er in der Vorwoche beim 1:1 in Gelsenkirchen ja schon wieder Wettkampfpraxis sammeln. „Er hat ja schon einige Minuten in Schalke gespielt. Das war wichtig für ihn“, so Fischer. 

Fischer lobt die Streich-Elf

Die Übersicht des Mittelfeldspielers sollte den Eisernen gegen Freiburg gut tun. Denn auch wenn Union die drei Zähler zu Hause behalten will, „einbudgetieren“ - um in Fischers Sprachduktus zu bleiben - kann man die nicht. „Das wird ein ganz schwieriges Spiel. Freiburg ist eine Mannschaft, die es uns unheimlich schwer machen wird. Die sind gut organsiert, sehr aggressiv in Zone 2. Es ist ein Team, das viel versucht über die Seiten zu kommen, viel mit Flanken arbeitet, aber auch Präsenz im Strafraum zeigt und von außerhalb den Abschluss sucht“, zählt Fischer die Vorzüge der Badener auf. Und er hätte sicherlich noch eine halbe Stunde weiter die Qualitäten des Vorjahresachten preisen können. Es gelte also schon die Entstehung der Flanken im Vorfeld zu unterbinden. 

Zu den Gegnern auf Augenhöhe beim Kampf um den Klassenerhalt - so wie Mainz, Bielefeld und Köln - zählt Fischer die Streich-Elf eher nicht. „Direkter Konkurrent? Das ist ihre Meinung. In der letzten Spielzeit hatten gar nichts mit Abstieg zu tun. Uns würden nur die drei Punkte helfen, dass wir unsere Ziele erreichen können“, meinte der 54-Jährige, „in erster Linie müssen wir auf uns schauen. Es erwartet uns eine schwere, aber lösbare Aufgabe. Wir wollen das Heimspiel gewinnen und am Ende drei Punkte mehr auf dem Konto haben.“