Da konnten Marius Bülter und Simon Terodde noch über ein Tor gegen den 1. FC Union jubeln. Am Ende aber hieß es 6:1 für die Eisernen auf Schalke.
Da konnten Marius Bülter und Simon Terodde noch über ein Tor gegen den 1. FC Union jubeln. Am Ende aber hieß es 6:1 für die Eisernen auf Schalke. Imago/Chai v.d. Laage

Die Eisernen und die Bundesliga im Winter 2022/23 – eine Erfolgsgeschichte. Platz fünf, in beiden Cup-Wettbewerben noch dabei. International wie national. Und während sich die Mannen um Kapitän Christopher Trimmel & Co. dieser Tage im sonnigen Spanien auf Teil zwei der Saison vorbereiten – sind ja kaum noch zwei Wochen, ehe der ball wieder rollt –, schauen wir doch mal, wie es den Ex-Eisernen im vergangenen Jahr so erging. Sind ja inzwischen einige, die sich in der Elitespielklasse tummeln.

Fangen wir mit einem kurzen Blick ins Ausland an. Rekordtransfer Taiwo Awoniyi ist in England derzeit auf dem Weg, richtig glücklich zu werden. Der für 20,5 Millionen Euro zu Premier-League-Aufsteiger Nottingham Forest gewechselte Angreifer spielt sich dort immer mehr in der Vordergrund. Jüngst erzielte er beim 1:0 gegen Schlusslicht Southampton seinen vierten Saisontreffer, womit die Tricky Trees erstmals seit Anfang September die Abstiegsränge verlassen konnten. Die Chancen auf den Klassenerhalt stehen gut für den zweifachen Europacupsieger der Landesmeister (1979 und 1980).

Zurück in die Bundesliga. Und damit zu Max Kruse, der eben dieser nach der Vertragsauflösung in Wolfsburg den Rücken kehren wird. Fünf Spiele ohne Tor und Assist sind ein unterirdischer Wert für einen Mann mit seinen Fähigkeiten. Mehr verhinderte sein Bruch mit Wölfe-Coach Niko Kovac. Sein größtes Dilemma: Er will in die USA, seine Frau Dilara lieber in Berlin bleiben …

Zwei Gewinner bei den Ex-Unionern

In die Kategorie absolute Gewinner gehören eigentlich zwei. Rafal Gikiewicz in Augsburg und Grischa Prömel in Hoffenheim. Rafa sollte am Saisonbeginn eigentlich durch den Mainzer Fin Dahmen verdrängt werden. Der blieb bei den Rheinhessen, Gikiewicz ließ seine Kritiker mit starken Leistung verstummen und wird nun sogar in Gladbach gehandelt, falls Yann Sommer die Fohlen gen München verlassen sollte.

Prömel, der dem 1. FC Union ablösefrei den Rücken kehrte, wurde bei der TSG zu einer absoluten Stammkraft. Doch ein Knöchelbruch am 13. Spieltag (!) beim 1:3 gegen Leipzig trübt ein wenig die Stimmung. Ein langer Ausfall steht dem Mitfeldspieler bevor.

Diverse Zipperlein verhinderten bei Dominique Heintz, dass seine Leihe nach Bochum zu einer Erfolgsstory wurde. Nicolai Rapp ist in Bremen auch nur zweite Wahl (65 Einsatzminuten). Nach Bochum – wenn auch nur auf Leihbasis, zog es in der Winterpause Keven Schlotterbeck, der in Freiburg trotz des Wechsels seiner Atze Nico nach Dortmund nicht wie erhofft zur Geltung kam. Marcus Ingvartsen, der noch voheriger Leihe im Sommer für 2,3 Millionen Euro zum FSV Mainz wechselte,  pendelt bei den Rheinhessen auch nur zwischen Bank und Startelf.

Andrich steckte mit Bayer lange in der Krise

In die Kategorie Gewinner müsste eigentlich auch Robert Andrich fallen, Herrscher im defensiven Reich der Mitte bei Bayer Leverkusen. Aber die Werkself hinkt ihren Ambitionen hinterher. In der Liga standen die Rheinländer lange im tiefsten Tabellenkeller, stabilisierten sich erst kurz vor der WM-Pause. In Europa stieg Bayer aus der Königsklasse in die Europa League ab. Im DFB-Pokal war Drittligist Elversberg in der ersten Runde Endstation für Andrich & Co.

Robert Andrich ist bei Bayer Leverkusen eine feste Größe.
Robert Andrich ist bei Bayer Leverkusen eine feste Größe. Imago/RHR-Foto

Keine Rolle mehr in Köln spielte Sebastian Andersson. Auch bedingt durch eine Verletzung. Im Sommer werden sich die Wege der Geißböcke und des Schweden trennen, der den 1. FC Union 2018/19 mit zwölf Toren in die Bundesliga hievte und im Jahr drauf mit einem weiteren Dutzend Treffern in der Eliteklasse hielt, ehe er für 6,5 Millionen Euro in die Domstadt wechselte. Anderson droht inzwischen sogar die Sportinvalidität.

Friedrich in Gladbach immer noch ohne Rückhalt

Bleiben noch Marvin Friedrich und Christopher Lenz. In seinem zweiten Jahr bei in Frankfurt war er auf dem besten Wege sich als Stammkraft bei der Eintracht zu etablieren, ehe Oberschenkelblessuren ihn wieder aus der Bahn warfen.

Christopher Lenz, hier im Duell mit Gladbachs Lars Stindl, ist in seinem zweiten Frankfurter Jahr auf dem Weg zum Durchbruch.
Christopher Lenz, hier im Duell mit Gladbachs Lars Stindl, ist in seinem zweiten Frankfurter Jahr auf dem Weg zum Durchbruch. Imago/Jan Huebner

Friedrich hingegen, im Januar für 5,5 Millionen Euro nach Mönchengladbach gewechselt, ist zwar in dieser Spielzeit endlich Stammkraft. Allerdings ist er noch ein gutes Stück davon entfernt, für die Borussia zu dem Anker zu werden, der er für die Köpenicker stets gewesen ist.

Und bevor jemand meckert, man hätte ein Königsblaues Trio vergessen. Nein, haben wir nicht. Simon Terodde und Marius Bülter sind zwar bei den Königsblauen gesetzt, Sebastian Polter als Joker immer mal wieder in Aktion zu sehen, aber alle eint, dass sie mit Schalke keine Bäume ausrissen und um den Ligaverbleib arg zittern müssen. Nun zog sich Polter im Trainingslager wohl einen Kreuzbandriss zu. Bitter, damit droht dem Ex-Unioner das Saison-Aus

Insgesamt also 15 Ex-Union-Profis, die derzeit in der Bundesliga mitmischen. Auch ein Zeichen für die Weiterentwicklung der Köpenicker. Früher galt ja oft, dass Profis nach einem Abgang aus Köpenick in der Versenkung verschwinden. Oder zumindest einen deutlichen Karriere-Knick erleiden.

Lesen Sie morgen: So schlugen sich Unions Ehemalige in Liga zwei.

Lesen Sie hier mehr über den 1. FC Union >>