Will jetzt seinen eigenen Rekord knacken: Unions Sebastian Andersson, hier im Zweikampf mit Gladbachs Ramy Bensebaini (l.). Foto: Matthias Koch

Sie hat etwas magisches. Teils mystisches. Die Zahl 12. Zwölf Apostel folgten Jesus. Herakles wurden zwölf Prüfungen auferlegt. Filmisch sind „Die zwölf Geschworenen“ oder „Das dreckige Dutzend“ Klassiker der Branche. Was uns zu Unions Topangreifer Sebastian Andersson führt. Denn auch der Schwede hat mit seinem Treffer in Mönchengladbach am vergangenen Wochenende jetzt zwölf Buden gemacht und liegt damit in der Torjägerliste der Liga derzeit auf Rang vier!

Es ist schon kurios. Seitdem der schwedische Nationalspieler IFK Norrköping verlassen hat und in Deutschland kickt, hat er in jeder Spielzeit jeweils zwölf Treffer erzielt. Fing in Kaiserslautern an (2017/18), setzte sich nach seinem Wechsel zu Union fort (2018/19). Und jetzt in seiner allerersten Bundesligasaison hat der 28-Jährige schon wieder seine Bestmarke eingestellt. Knackt er im dritten Anlauf seinen Bestwert, macht er die „wilde 13“ voll? 

Wäre im Abstiegskampf bestimmt hilfreich, denn die Eisernen müssen wieder torgefährlicher werden. Es gab in den letzten vier Partien nur eine Großchance für die Köpenicker. Zu wenig, um sich auf Dauer behaupten zu können. Nicht umsonst hatte der Blondschopf noch in Mönchengladbach angemerkt, dass es momentan nicht gerade „der spaßigste Teil der Saison“ sei.

Gerüchte um Andersson reißen nicht ab

Der soll nun zurückkommen. Auch, um sich in Europa weiter ins Schaufenster zu stellen. Andersson hat zwar seinen Kontrakt vor kurzem bis 2022 verlängert. Doch Insider gehen von einer Ausstiegsklausel aus, dass die Köpenicker ihn bei einem Angebot ab vier Millionen Euro ziehen lassen müssen. Auch weil der  1,90 Meter große Angreifer mit seiner mannschaftsdienlichen Spielweise besticht und nicht nur an Toren gemessen wird - 614 Zweikämpfe sind ebenso Ligabestwert wie die Zahl der Kopfballduelle (408). Das weckt Begehrlichkeiten. Immer wieder werden Klubs wie der FC Valencia oder Brighton & Hove Albion als Interessenten gehandelt. Auch Ajax Amsterdam wurde schon genannt.

Was Manager Oliver Ruhnert als völlig normal empfindet. „Wenn ein Spieler zwölf Tore in der Bundesliga erzielt hat, wäre es überraschend, wenn sich kein anderer Verein für ihn interessieren würde“, meinte der 47-Jährige, der ja seit eh und je recht gelassen reagiert, wenn Spieler umworben werden.

Das Buhlen um den im südschwedischen Ängelholm aufgewachsenen Mittelstürmer wird sich intensivieren, sollte er die 13. Bude machen. Und wer weiß, vielleicht knackt er dann ja sogar noch seine eigene Bestmarke! In der Spielzeit 14/15 konnte Andersson sogar 14 Tore für Norrköping erzielen. Bei fünf noch ausstehenden Spielen absolut machbar.