Vertauschte Rollen: Mittlerweile spielt Nico Schlotterbeck (l.) für Union und Keven wieder für den SC Freiburg. Foto: Matthias Koch

Es schlotterbeckt wieder beim 1. FC Union. Am Sonnabend in Cottbus trug Kevens jüngerer Bruder Nico erstmals das Trikot der Eisernen. Und brachte auch gleich ein Andenken mit. Mit einem Eispack am rechten Knie kletterte die Freiburger Leihgabe am Ende des Tages in den Mannschaftsbus.

Nichts Wildes. „Alles gut. Ich hatte einen technischen Fehler und danach gab es einen Schlag. Das wird sofort bestraft, sogar in einem Testspiel“, meinte der 20-Jährige hinterher, vor dem Manager Oliver Ruhnert übrigens den Hut zieht. „Er hätte es sich einfacher machen können und anderswo in der Bundesliga unterkommen können. Sein Weg nötigt mir Respekt ab", meinte der 48-Jährige. Die Fußstapfen, die seine Atze hinterlassen hat, sind schon recht groß. Und natürlich drängt sich sofort der Vergleich auf und das wird die ganze Saison über so bleiben. Kann schon zur Last werden, falls es nicht läuft ... 

Nico selber scheut diesen Vergleich nicht. Er lächelt ihn mit dem typischen Lächeln weg, das die Unionfans in den vergangenen zwölf Monaten eben von seinem Bruder kannten. „Wir sind uns  schon sehr ähnlich – und doch manchmal ganz unterschiedlich.“ Gerne hätte er im Übrigen die Rückennummer 31 von Keven übernommen. „Die Nummer hat aber schon Robin Knoche", so zog der drei Zentimeter größere Schlotterbeck hier den Kürzeren. Nun ist es die 4. Wie zuletzt in Freiburg.

Aus dem Testspiel in Cottbus brachte sich Nico Schlotterbeck gleich ein Andenken mit.  Foto: Matthias Koch

Als das Angebot der Eisernen kam, musste Nico nicht lange überlegen. „Keven hat in all den Monaten immer nur Gutes über Union erzählt und die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mich auch überzeugt.“ Das Okay vom großen Bruder gab es als Dreingabe. Der hat aus dem Urlaub heraus gesagt ‚Mach das!‘. Mama und Papa Schlotterbeck sahen das genauso: „Die ganze Familie ist bei uns mittlerweile so ein bisschen Union-Fan.“

Die Unterschiede? „Wir sind im Großen und Ganzen schon ein ähnlicher Spielertyp. Wir haben beide einen starken linken Fuß, sind kopfballstark und können auch als Verteidiger das Spiel eröffnen. Kevin ist körperlich schon etwas weiter als ich, weil er bereits früh in Männermannschaften gespielt hat“, meint Nico. 

Einen Standortvorteil konnte ihm Keven übrigens nicht verschaffen. Weil die Leihe kurzfristig zustande kam, war Kevens Bleibe bereits gekündigt. Nico wird nun selbst auf Wohnungssuche gehen.