Max Kruse zeigt an, wo es langgeht. Der 32-Jährige ist ein Hoffnungsträger in Hoffenheim für die Eisernen. Foto: imago images/König

Die Bilanz? Ausbaufähig. Zwei Spiele, zwei Pleiten. Nicht mal ein Törchen haben die Eisernen in ihren beiden bisherigen Pflichtspiel-Begegnungen mit der TSG Hoffenheim erzielt. Die Sinsheimer sind der einzig verbliebene Bundesligist, gegen den Union noch nicht getroffen hat. Das soll sich am Montag ab 20.30 Uhr möglichst ändern. Und da bauen die Köpenicker auf Max Kruse!

Denn Hoffenheim ist Kruses Liebling. Oder anders ausgedrückt: Kruse ist der Kraichgau-Schreck. 75 Buden hat der 32-Jährige im Fußball-Oberhaus in seiner Karriere bislang erzielt. Gegen die Badener erzielte er in 15 Partien sieben Tore. Gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten hat der gebürtige Reinbeker mehr Treffer gemacht. Auch fünf Vorlagen sind gegen die TSG bei ihm verbucht. Einzig gegen Schalke war er als Vorbereiter mit acht Assists noch besser. Sollte als gutes Omen für die Dienstreise ins Ländle herhalten können.

Zumal der Ex-Nationalspieler ja immer mehr bei den Eisernen ankommt. „Kruse ist noch nicht ganz auf dem Level, auf dem er sein möchte, aber auf einem sehr guten Weg“, hatte Urs Fischer ja schon in der Vorwoche nach dem 1:1 gegen Freiburg angemerkt. Fünf Torschussvorlagen lieferte der exzentrische Stürmerstar da ab, dazu legte er Robert Andrich zum Ausgleich auf. Er scheint immer mehr wettkampffit zu werden.

Fischer will mutige Lösungen

Auch in den sozialen Medien übte sich der 32-Jährige in den letzten Tagen mit vornehmer Zurückhaltung, konzentriert sich nach der hausinternen Ansage wegen seines geposteten Zockerei-in-einer-Shisa-Bar-Besuchs – bei dem er als „Privatperson nichts getan hat, was konträr zu unseren gesetzlichen Bestimmungen ist“, wie Unions Manager Oliver Ruhnert korrekterweise angemerkt hat – derzeit vor allem aufs Sportliche. 

Was natürlich seinen Trainer Urs Fischer erfreut. Denn so werden nicht unnötige Nebenkriegsschauplätze aufgemacht, die vom Wesentlichen ablenken. Denn der Schweizer Fußballlehrer weiß, dass im Kraichgau die Trauben hochhängen, Union sich nicht nur aufs Verteidigen beschränken darf. „Wir müssen“, meinte er daher auch, „Mut haben, um spielerische Lösungen in der Vorwärtsbewegung hinzubekommen. Auch wenn du den Ball eroberst, darfst du ihn nicht gleich wieder hergeben, sondern musst versuchen, dich zu behaupten.“ Klingt wie eine Stellenbeschreibung für Kruse.