Am Ende blieb den Union-Profis in Dortmund nur die Enttäuschung und der Dank bei den Fans.  imago/Revierfoto

Die Bilder glichen sich: Hängende Schultern bei den Gästen, Erleichterung bei den Hausherren, dass sie die tapfer kämpfenden Unioner am Ende mit späten Toren dann doch noch auf Distanz gehalten hatten. So zuletzt zweifach zu erleben. Am Donnerstag zum Auftakt der Conference League in Prag beim 1:3 gegen Slavia, am Sonntag beim 2:4 in Dortmund. Auch wenn die Eisernen mit ihren bislang sechs Zählern aus den ersten fünf Partien im Plansoll sind, fällt auf, dass es ihnen in allen Partien der Saison bisher ein wenig an Konstanz gemangelt hat. 

„Du musst in Dortmund über 90 Minuten eine tolle Leistung anbieten, sonst kannst du hier nichts holen“, brachte es Trainer Urs Fischer auf den Punkt. Auch Torwart Andreas Luthe, der beim finalen 2:4 durch den Lupfer von Erling Haaland ein wenig unentschlossen wirkte, erst aus dem Kasten lief, um dann wieder zurückzueilen, pflichtete ihm bei: „Wir sind sehr schwer reingekommen, haben keine Sicherheit gehabt. Als wir dann drin waren im Spiel, war es auch besser.“ Abwehr-Ass Marvin Friedrich, in Dortmund Unions Kapitän, sah das ähnlich. „Die ersten 15, 20 Minuten haben wir verpennt. Auch wenn wir in der zweiten Halbzeit Moral gezeigt haben“.

Wie heißt es so schön: Der Ball ist rund. Und bei all der nicht enden wollenden Reformwut der Herren von der Uefa oder der Fifa, die das natürlich nie aus pekuniären Gründen machen, bleibt das eine unveränderte Konstante. Elf Freunde müsst ihr sein. Und wenn das so nicht auf die Eisernen zutrifft, dann sind sie zumindest ein Team im wahrsten Sinne des Wortes. Und ein Spiel dauert immer 90 Minuten. Also, Unioner: Wie wäre es mal mit 90 Minuten Fußball und nicht immer nur abschnittsweise?

Es kann nicht nur an Andrichs Fehlen liegen

Gut, es ist immer beeindruckend, wie die Köpenicker sich nie aufgeben. Diese Mannschaft ist wirklich erst geschlagen, wenn der Schlusspfiff ertönt. Doch die Suche nach der fehlenden Konstanz erschwert Union das Leben. Es ist zu oft ein Kraftakt nötig. Nicht umsonst hatte Urs Fischer seit Saisonbeginn wiederholt fehlende Ordnung und Kontrolle beklagt. „Daran müssen wir arbeiten“, hatte der Schweizer Fußballlehrer freimütig zugegeben.

Natürlich wurde Union in der Sommerpause neu zusammengestellt. Und auch der Abgang von Robert Andrich (nach Leverkusen) hat seinen Teil dazu beigetragen. Doch das kann nicht als alleiniger Grund herhalten. Die Galligkeit und die Geschlossenheit, die das Spiel der Eisernen in ihren ersten zwei Bundesligajahren ausgezeichnet hatten, sind noch nicht wieder auf gewohntem Niveau. 

Das muss schleunigst wieder her. Möglichst schon am Sonnabend gegen Bielefeld (15.30 Uhr). Denn Punktverluste gegen die Arminen dürfen nicht vorkommen, wenn Union weiter im Plansoll bleiben soll. 

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