Unglaublich. Aber unglaublich schön. Union bezwingt auch Leverkusen und darf langsam von mehr als nur dem schnöden Klassenerhalt träumen.  Foto: City-Press/Matthias Renner

Langsam wird es unheimlich. Mit dem Sieg gegen Bayer Leverkusen sammelt der 1.FC Union die Punkte 26 bis 28 ein. Und dabei ist die Hinrunde noch nicht mal vorbei. Ich höre schon die Ersten leise, ganz leise, das Europapokallied anstimmen: „Erste Runde Bukarest, zweite Runde Rom, in Kopenhagen schellt das Telefon. Vielleicht nach Rotterdam. Oder nach Mailand. Oder Teneriffa eine Woche Sandstrand.“

Gemacht, gemach, höre ich die andere Seite schon wieder brüllen. Erst mal die 40 Punkte voll machen. Aber jetzt mal ganz ehrlich, zweifelt einer daran, dass diese Truppe die dafür benötigten 12 Zählerchen in den verbleibenden 19 Partien noch irgendwo zusammenklauben wird? Das wären 0,64 Punkte pro Spiel. Also eigentlich die Bilanz eines Absteigers. Das wird Union auf jeden Fall übertreffen. 

Union liegt 17 Zähler über dem Strich

Dazu kommt, dass die Kellerkinder - Stand jetzt - es erst einmal schaffen müssen, die mindestens 17 Zähler Rückstand (Köln) aufzuholen. Auch kein einfaches Unterfangen, selbst wenn Union jetzt womöglich auf einmal alle Spiele verlieren sollte. Ziemlich unwahrscheinlich, oder?

Mit dem ganz großen Coup ist es hingegen so eine Sache. Man sollte dabei berücksichtigen, dass die Eisernen gegen die Großen in der Rückrunde zumeist auswärts antreten müssen. Da wäre es völlig normal, wenn es dann am Ende nicht zur Sensation reicht.

Obwohl, was rede ich da? Ein einstelliger Tabellenplatz wäre am Saisonende auch eine Sensation für den Klub mit dem zweitkleinsten Etat der Liga. Freuen wir uns einfach darauf, dass das kein Ding der Unmöglichkeit ist. Kiel hatte am Mittwoch seinen Spaß. Die Anhänger der Eisernen jetzt noch weitere 18 Spiele.