Bilder, die man nie vergisst: Die Unioner Bozo Djurkovic (li.), Steffen Menze (vorn), Daniel Teixeira und Chibuike Okeke bejubeln 2001 den Sieg über Gladbach im DFB-Pokal-Halbfinale. Foto: Imago/Contrast

Europa? Kein Thema beim 1. FC Union! Klassenerhalt, Sie wissen schon. Und doch wabert ein Hauch von internationalem Geschäft an diesem Spieltag durch das Stadion An der Alten Försterei (Sonnabend, 15.30 Uhr). Gladbach kommt. Mit das Beste, was die Liga zu bieten hat. Uefa-gestählt. Ein Sieg, und die Köpenicker können die Elf vom Niederrhein in der Tabelle sogar wieder überflügeln. Denn, hey Unioner, das hier ist eure ganz persönliche Champions League. 

Unions Trainer Urs Fischer nahm dann auch die ungeliebten Vokabeln freiwillig in den Mund. Wenn auch nur, um den Gegner treffend zu charakterisieren. „Wir treffen am Sonnabend auf eine Top-Mannschaft. Gladbach hat Bayern und Dortmund geschlagen und in der Champions-League-Gruppe hinter Real Madrid auf dem zweiten Platz die nächste Runde erreicht“, verwies der Schweizer auf die Qualität der Rose-Elf.

Na und? Dortmund haben die Unioner auch geschlagen. Gegen die Bayern immerhin einen Punkt geholt. Dazu Leverkusen geputzt. Als Favoritenschreck wurden die Eisernen ihrer Rolle in dieser Spielzeit eigentlich immer gerecht. Bis auf die 0:1-Niederlage irgendwo da im westlichen Teil von Sachsen. Kann ja mal vorkommen. Es war bislang auch das einzige Mal, dass die eisernen Kanoniere ihr Ziel – vulgo Tor – komplett verfehlten, nicht ins Schwarze trafen. 

Im Hinspiel zeigte die Mannschaft, dass sie sich weiterentwickelt hat

Die Borussen zu überflügeln wäre für Fischer nur eine schöne Momentaufnahme. Mehr nicht. Aber eine, die er anpeilt. „Für das nächste Spiel, das ansteht, ist es immer das Ziel zu gewinnen“, so der Schweizer. Denn die Bundesliga ist ja Unions Königsklasse!

Gladbach war in der Hinrunde der Kick, an dem die Köpenicker erst mal gezeigt haben, dass sie auch spielerisch in dieser Saison zur Stelle sind. Sich also weiterentwickelt haben. Der Punkt beim 1:1 war hochverdient. Und ist auch jetzt nicht außer Reichweite. Auch wenn Fischer weiß, dass das keine einfache Aufgabe wird. „Wir dürfen ihnen keine Räume geben und müssen kompakt stehen. Im Spiel mit dem Ball gilt es, wieder Lösungen zu finden und nach vorn zu spielen, um die Defensive auch zu entlasten“, so der 54-Jährige.

Und was Europa angeht, das nirgends auf auf dem Zettel steht, sei daran erinnert, dass der heutige Champions-League-Achtelfinalist schon einmal Union den Weg in den kontinentalen Fußball eröffnet hat. Ohne den Sieg im Elfmeterschießen im DFB-Pokal-Halbfinale vor fast genau 20 Jahren wäre nicht Union im Uefa-Cup gelandet, sondern der seinerzeitige Zweitligist.