So fühlen sich Heimsiege an: Die Eisernen beim Torjubel nach dem 1:0 gegen Leverkusen. Foto: Imago/Matthias Koch

Köln kommt. Wieder so ein Kellerkind. Sonnabend (15.30 Uhr) geben sich die Geißböcke in der Alten Försterei die Ehre. Und die Domstädter sind der absolute Lieblingsgegner des 1. FC Union im Fußball-Oberhaus. Drei Spiele, drei Siege – gegen keinen anderen Erstligisten haben die Köpenicker eine solch weiße Weste vorzuweisen. Selbst im Aufstiegsjahr 2018/19 mussten die Domstädter in Köpenick Federn lassen. Die kommen also gerade recht. Also: Hey Jungs, wie wäre es mal wieder mit 'nem Heimsieg? 

Der liegt gefühlt schon eine Ewigkeit zurück. Dreimal in Folge gab es zuletzt eine Punkteteilung in heimischen Gefilden. Nur zwei Treffer wurden dabei erzielt. Also gerade einmal 0,66 Treffer pro Partie. Der Saisonschnitt liegt eigentlich bei 1,5 Buden pro Match. Der letzte Dreier datiert vom 15. Januar, als Leverkusen mit 1:0 bezwungen wurde. Am Sonnabend ist das genau 58 Tage her. 

Union ist Heim-Remiskönig

Es wird ja gerne darauf verwiesen, dass Union zu Hause eine Macht sei, da der Klub nur einmal verloren habe. Und das am ersten Spieltag gegen Augsburg (1:3). Danach folgten elf Spiele in Serie, in denen die Köpenicker nicht bezwungen werden konnten. Liest sich erst einmal gut. Doch die Wahrheit dahinter ist, dass zwei Drittel dieser Kicks eben auch nicht gewonnen werden konnten. Nur vier Erfolgen stehen sieben Unentschieden gegenüber. Das ist Liga-Höchstwert. 

Alle drei Heimspiele mal ein Dreier? Hm. Unschön. Auch wenn in Coronazeiten die Gastsspieltruppen allgemein mehr Zähler entführen als früher. Doch wenn nur jeder zweite Kick von diesen sieben Remis-Spielen erfolgreich geendet hätte, also selbst bei nur drei Heimsiegen und vier Pleiten mehr im Ballhaus des Ostens, kämen die Eisernen aufgrund der Drei-Punkte-Regelung derzeit auf 37 Zähler statt der bereits ergatterten 35. Bei einer Umkehrung wären es sogar schon 40 Zähler! Womit sie mittenmang wären bei der Jagd auf die Europapokalplätze und nicht nur in Lauerstellung. Was noch möglich gewesen wäre, mag man sich gar nicht erst ausrechnen. 

Köln mit nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen

Da kommen einem die zuletzt auch nicht gerade Bäume ausreißenden Geißböcke gerade recht. Nur einen Punkt gab es für die Elf von Coach Markus Gisdol aus den letzten vier Spielen. Und der auch nur gegen Werder Bremen. Die letzte Union-Niederlage gegen den FC datiert aus dem April 2014 in Liga zwei. „Schauen wir, dass wir das beibehalten“, so Trainer Urs Fischer.

Der Schweizer hat halt nur gute Erinnerungen an die Geißböcke: „Da waren wichtige Spiele mit dabei. Vor allem auch in der letzten Spielzeit. In Köln war in der Rückrunde der Sieg  ganz wichtig, um den entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt zu machen“, so der 55-Jährige. Wäre ja nach seiner Rechnung auch diesmal der Fall mit einem Heimdreier. Das würde auch Berufspessimist Fischer wohl so sehen mit dann 38 Zählern.