Einfach mal Marco Reus & Co. die Lust am Spiel nehmen. Ihr Auftrag, Herr Knoche! imago/Team 2

Es ist angerichtet. Spitzenspiel. Der Ligagipfel steigt in Köpenick. Der 1. FC Union erwartet Borussia Dortmund zum Punktekampf in der Alten Försterei (15.30 Uhr/DAZN). Und auch wenn es nicht das offizielle Ziel der Eisernen ist, oben mitzumischen,  muss die Ausgangslage jedem Anhänger der Köpenicker doch runter gehen wie Öl. Momentaufnahme, sicherlich, um im Duktus von Trainer Urs Fischer zu bleiben. Aber warum soll man als Eiserner diesen Moment nicht einfach mal genießen? 

Nach wie vor stapelt man tief an der Wuhle. Aggressiv eine erneute Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb auszugeben, ist nicht das Ding der Eisernen. „Mehr als der Tabellenplatz interessiert uns eigentlich die Punktzahl“, verdeutlichte Unions Manager Oliver Ruhnert noch einmal in einem Interview mit der WAZ. Nach wie vor stehen die ominösen 40 Punkte im Raum. Ab dieser Punktemarke gilt man gemeinhin als vor dem Abstieg geschützt. „Wenn wir die 40 Punkte geholt haben, dann möglicherweise auch eine neue Zielsetzung auszugeben, ist vollkommen okay“, so Ruhnert weiter.

BVB kommt angefressen nach Köpenick

Wird sicherlich nicht mehr all zu lange auf sich warten lassen. Es fehlen ja nur noch sechs Zählerchen dazu. Die Punkte 35, 36 und 37 hätte man natürlich gerne nach diesem Spieltag unter Dach und Fach gebracht. Auch wenn es sicherlich einfachere Aufgabenstellungen gibt als einen angefressenen BVB. Aber hey, Fischer sagt ja immer, dass jedes Spiel eine Aufgabe ist für die Eisernen. Egal ob der Gegner aus Herne-Süd, Lüdenscheid-Nord oder Posemuckel kommt.

Dennoch weiß Ruhnert, dass die 2:5-Pleite der Borussen gegen Leverkusen vom Vorwochenende den Köpenickern eher nicht in die Karten spielt. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Dortmund zwei Spiele hintereinander verliert, ist eher nicht so hoch“, schätzte der Manager der Eisernen ein. Die Resultate des BVB in der Liga geben ihm da recht.

Dortmund muss auf Haaland verzichten

Aber hey, Union! Ihr wollt doch nicht einfach den Prügelknaben geben! Und wenn man schon die Wahrscheinlichkeitsrechnung bemüht, kann man dem entgegensetzen, dass Union in dieser Spielzeit auch noch nie zwei Spiele hintereinander abgegeben hat. Mathematisch gesehen steht es also pari.

Und dann kommt noch ein weitere Aspekt dazu. Also neben dem Fakt, dass Erling Haaland gegen die Köpenicker passen muss. „Der ist ein Vollstrecker. Er hat 'ne Dynamik, die ganz schwer zu verteidigen ist. Die Borussia ist ein Stück weit abhängig von ihm, auch wenn sie viele gute Spieler haben, die ein Spiel alleine entscheiden können. Aber es ist ein anderes Spiel, wenn er auf dem Platz steht. Er ist fast auf dem gleichen Niveau wie Lewandowski“, so Trainer Urs Fischer.

Nein, es geht darum, dass der BVB in Köpenick noch nie gewonnen hat.  Die Schwarz-Gelben wissen, dass es kein leichter Gang gegen Union ist. Das kann helfen. Von der Psyche her. „Ich glaube schon, dass man es ein bisschen im Hinterkopf haben sollte“, meinte denn auch Fischer. Und was die anderen Unterschiedsspieler des BVB angeht - Marco Reus oder Julian Brandt werden schnell gnatzig, wenn man ihnen auf den Füßen steht und den Spaß am Spiel raubt. Das kann Union eigentlich recht gut!

Und dann gibt es da noch einen Aspekt. Die Rückkehr der Zuschauer. „Ich freue mich über jeden Zuschauer. Im Stadion bin ich nicht alleine. Das ist bei 10.000 was anderes. Unser 12. Mann hilft dir. Gerade bei uns zu Hause. Denn es wird Momente im Spiel gegen, wo du leiden musst. Da helfen dir die eigenen Fans. Das verleiht zusätzliche Kraft, die du in solchen Spielen benötigst“, so Fischer.

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