Möchte im Weserstadion kein blaues Wunder erleben, sondern will, dass seine Eisernen der Favoritenrolle gerecht werden: Urs Fischer, der Trainer des 1. FC Union.
Möchte im Weserstadion kein blaues Wunder erleben, sondern will, dass seine Eisernen der Favoritenrolle gerecht werden: Urs Fischer, der Trainer des 1. FC Union. Matthias Koch/imago

Die Ausgangslage? Na, da langt doch vor diesem Mittwoch (20.30 Uhr, Sky) ein Blick auf die Tabelle und den vergangenen Spieltag. Der 1. FC Union gastiert als Tabellendritter bei Werder Bremen und hat am Wochenende Hoffenheim mit 3:1 niedergerungen. Die Jungs von der Weser wiederum sind in Köln mit 1:7 böse unter die Räder gekommen und angeschlagen. Noch Fragen, wer der haushohe Favorit ist? Doch die Eisernen und die Favoritenrolle, das ist ja so ein Ding. Sie tun sich immer unglaublich schwer damit.

Die Erwartungshaltung ist groß. Auch wenn Trainer Urs Fischer nichts davon hören mag. „Erwartungen? Du hast an dich selber ’ne Erwartung. In erster Linie geht es bei uns darum, an jedem Spieltag die bestmögliche Leistung abzurufen. Dazu gehört von Anfang an unser Gesicht zu zeigen. Eine erste Hälfte so wie Hoffenheim? Da hat man gesehen, da kommst du in Schwierigkeiten. Natürlich haben wir nach der Pause Moral gezeigt und das Spiel gedreht, aber das gelingt dir nicht jedes Mal so“, mahnt Unions Trainer.

Bloß kein blaues Wunder an der Weser. Es scheint ja in der DNA der Köpenicker fest verankert zu sein, dass sie gerne mal den Aufbaugegner für bis dahin glücklose Teams spielen. Nur zur Erinnerung: Als Spitzenreiter und frisch gebackener Dortmund-Bezwinger reiste der 1. FC Union am 11. Spieltag nach Bochum. Doch der Auftritt beim Schlusslicht geriet zum Desaster. Mit leeren Händen kehrte man nach einem 1:2 und einem von vier verschossenen Elfmetern in die Heimat zurück.

Wunden lecken nach einem blauen Wunder hieß es für den 1. FC Union auch noch im November. Leverkusen steckte kurz vor der WM-Pause tief im Tabellenkeller und hatte aus den drei Spielen zuvor gerade einmal ein Zählerchen ergattern können bei 3:9 Toren. Der 1. FC Union ging mit 0:5 unter bei der Werkself, die – durch den Sieg aus dem Dornröschenschlaf geweckt – seitdem in der Liga marschiert.

Der 1. FC Union spielt oft Aufbauhelfer für angeschlagene Teams

Zwei Beispiele aus dieser Spielzeit. Doch die Reihe lässt sich fortsetzen. In der Vorsaison gastierte der 1. FC Union am 15. Spieltag bei dem bis dahin sieglosen Schlusslicht Fürth und erlebte dort erneut ein blaues Wunder. Die Kleeblätter verpassten den Eisernen mit einem 1:0 ein dickes Veilchen! 

Beileibe kein Einzelfall. In der Spielzeit davor leisteten sich die Köpenicker das Kunststück als eins von zwei Teams gegen die in der Liga vor sich hin taumelnden Schalker nicht zu gewinnen. Das 1:1 bei den Königsblauen verlängerte zwar deren Serie auf 20 sieglose Spiele in Folge, aber es war der erste Punktgewinn der Knappen in der Saison.

Der 1. FC Union hat leidvolle Erfahrungen mit blauen Wundern

Die Rot-Weißen haben also so ihre leidvollen Erfahrungen mit blauen Wundern. Und die Grün-Weißen werden sicherlich Schaum vor dem Mund haben nach ihrer Abreibung in Köln und alles daran setzen, den Eisernen ein blaues Auge zu verpassen als Wiedergutmachung. „Lassen wir das letzte Spiel mal weg. Da ist einiges schiefgelaufen bei ihnen. Sie werden morgen Abend ein anderes Gesicht zeigen. Das wird eine schwierige Aufgabe. Denn Bremen ist eine kompakte Mannschaft, die sich sehr aggressiv zeigt. Die auf die Kette spielt und auf die zweiten Bälle geht. Die mit Füllkrug und Ducksch zwei gefährliche Zielspieler hat“, so Fischer.  

Also Jungs, reißt euch bloß zusammen, erlebt bloß kein blaues Wunder an der Weser. Wäre nicht so toll vor dem Derby gegen die Blau-Weißen.

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