Es ging immer eng zu gegen den VfL Bochum. So wie hier beim Duell von Rani Khedira (l.) gegen Anthony Losilla aus der Vorsaison, als der 1. FC Union mit einem 3:2 in die Europa League stürmte.
Es ging immer eng zu gegen den VfL Bochum. So wie hier beim Duell von Rani Khedira (l.) gegen Anthony Losilla aus der Vorsaison, als der 1. FC Union mit einem 3:2 in die Europa League stürmte. dpa/Andreas Gora

Das ist nicht mehr mein Union. Wohl kaum ein geflügeltes Wort ist derzeit in Köpenick so en vogue wie dieses. Ein Team, das von Sieg zu Sieg eilt und Chancen nicht leichtfertig liegen lässt. Das seiner Favoritenrolle gerecht wird. Die Großen konstant ärgert. An diesem Wochenende hat der 1. FC Union mit dem sonntäglichen Auftritt beim VfL Bochum (15.30 Uhr) wieder die Chance zu zeigen, das nichts mehr so ist, wie es mal war.

Denn es trifft der Erste auf das Schlusslicht. Ein vor Selbstvertrauen nur so strotzendes Team, das zuletzt fünfmal in Folge ohne Gegentor seine Partien bestritt gegen die sich selbst suchende Schießbude der Liga. Womit die Favoritenrolle klar ist.

Doch Vorsicht! Die Fallhöhe ist hoch!! 15 Mal in 59 Jahren Bundesligageschichte hat das Schlusslicht gegen den jeweiligen Spitzenreiter gewonnen. Es gibt sie also, die Überraschungen. Nicht alltäglich, aber doch eben oft genug.

Der 1. FC Union muss wieder ans Limit gehen

Dazu kommt die fatale Neigung der Köpenicker – oder soll man sagen der Altruismus? –, gern mal den Aufbauhelfer für schwächelnde Teams und sogenannte Kellerkinder zu spielen. In der Vorsaison gönnte man dem abgeschlagenen Schlusslicht Fürth – nur ein Punkt aus den ersten 14 Spielen – den ersten Heimdreier nach saisonübergreifend 23 Auftritten im Ronhof ohne Heimsieg. Auch im Rückspiel konnten die Eisernen nicht gewinnen gegen die bereits abgestiegenen Kleeblätter. Selbst gegen Mitabsteiger Bielefeld – von wegen auf der Alm, da gibt’s koa Sünd! – holte man in derselben Spielzeit auch nur drei von sechs möglichen Punkten.

Kein Einzelfall. In der Spielzeit davor, als Schalke sich erheblich mühte, den Negativrekord von Tasmania von 31 Spielen ohne Sieg zu übertreffen, war der 1. FC Union das einzige Team der Liga neben dem FC Augsburg, das in zwei Anläufen die Königsmauen nicht bezwingen konnte. In der Spielzeit 2019/20 kam man bei Mitaufsteiger Paderborn – seinerzeit Schlusslicht – auch nicht über ein 1:1 hinaus.

Insofern warnen Trainer Urs „Das ist eine Aufgabe“ Fischer und Capitano Christopher Trimmel gleichermaßen: „Bochum steht schlechter da, als sie wirklich sind. Die lassen sich nicht hängen, das weiß ich. Ich kenne da ein paar Spieler. Von daher brauchen wir wieder eine Top-Leistung, um dort was mitzunehmen.“ Es heißt also einmal mehr bis ans Limit zu gehen für die Eisernen!

Der 1. FC Union muss Heidenheim als Blaupause nehmen

Von daher hätte keiner aus dem rot-weißen Fanlager was dagegen, wenn es auch diesen Sonntag wieder heißt: Das ist nicht mehr mein Union! Weil die Eisernen in Bochum ihrer nicht mal von Fischer abgelehnten Favoritenrolle gerecht und souverän drei Punkte entführt werden aus dem Pott.

Also Jungs, einfach mal das schöne 2:0 vom  Heidenheim-Spiel am Mittwoch im DFB-Pokal als Blaupause nehmen. Und schon hat es ein Ende mit der Aufbauhilfe Schlusslicht.

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