Kostadin Vidolov (M.) bescherte Union den letzten Heimsieg in einem DFB-Pokalspiel – vor über 20 Jahren gegen den MSV Duisburg. imago/Camera 4

Es ist angerichtet. Pokal-Viertelfinale für die Eisernen. Zum dritten Mal nach 2000 und 2020 stehen die Köpenicker in der Runde der letzten acht. Gegner in der heimischen Alten Försterei ist am Dienstag Zweitligist FC St. Pauli (20.45 Uhr, ARD). Der 1. FC Union greift nach den Sternen, will den gegen den Aufstiegskandidaten aus Hamburg nächsten Schritt auf dem Weg zum „Finale dahoam“ machen, vor allem dabei die heimische Festung als Faustpfand nutzen. Also, ihr Eisernen: Versaut es nicht!

Was war die Erleichterung groß, als Losfee Norbert Dickel im Januar nach dem 3:2-Sieg im Derby bei Hertha BSC in der ARD-Sportschau Union fürs Viertelfinale eine Partie an der Wuhle bescherte und das Team von Trainer Urs Fischer nicht wieder auf Reisen schickte. Endlich mal ein Heimspiel im DFB-Pokal!

Baumgart entnervte den 1. FC Union

Der Jubel ist nachvollziehbar. Und irgendwie doch nicht! Denn die letzten Heimkicks im Pokal waren für Union nicht von Erfolg gekrönt.

In der Vorsaison hatten die Köpenicker in Runde zwei nach sieben Jahren endlich mal wieder einen Auftritt in ihrem Wohnzimmer. Doch Union-Ikone Steffen Baumgart zog mit Zweitligist SC Paderborn den Köpenickern zwei Tage vor dem Weihnachtsfest den Zahn. Das 3:2 für den SCP war nur vom Ergebnis her eine enge Kiste.

2013 war Kaiserslautern Endstation für die Eisernen. Die Roten Teufel, seinerzeit noch ein Zweitliga-Schwergewicht mit Aussicht auf eine Bundesliga-Rückkehr, fegten Union im Achtelfinale humorlos mit 3:0 aus dem Pokal.

Heimspiele als Vorteil? Nun ja. Hand aufs Herz: Wissen Sie, wann die Köpenicker zuletzt im Pokal zu Hause triumphierten?

In der Saison 2001/02 warfen die Eisernen Zweitliga-Konkurrent Duisburg durch ein Tor von Kostadin Vidolov aus dem Rennen. Klingt wie eine Mär aus grauen Vortagen. Union durfte damals auch nur zu Hause antreten, weil die Eisernen als frisch gebackener Aufsteiger für die Auslosung der ersten Runde noch im Amateur-Topf waren.

Union: Oberhausen als Endstation Sehnsucht

Endstation seinerzeit? Ligarivale RW Oberhausen! Und wieder zu Hause! Als der Revierklub im Dezember 2001 als Tabellenvorletzter im Achtelfinale in Berlin aufdribbelte, träumte ganz Köpenick schon von einer Wiederholung des Vorjahrescoups, als Tom Persich, Ronny Nikol & Co. als Drittligist sensationell bis ins Finale marschiert waren. Das 1:2 gegen RWO war ein herber Dämpfer.

Sven Michel schmiss mit dem SC Paderborn Union in der Vorsaison aus dem Pokal. imago/Nordphoto

In den Jahren danach gab es in Heimspielen auch kein Weiterkommen. Na klar, für die wieder ins Amateurlager abgestürzten Eisernen waren die Bundesligisten Leverkusen, Frankfurt, Freiburg und Bremen einfach eine Nummer zu groß.

Also, ihr Eisernen: Versaut es nicht wieder!

Die Zeiten, in denen Union für unterklassige Gegner einem Freilos glich, sind passé. Dortmund und Leverkusen hatten in der jüngeren Vergangenheit zweifach mehr Mühe mit den Köpenickern, als ihnen lieb war. Union kann also Pokal. Besinnt euch darauf!

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