Toni Leistner wird in Dresden von einem Ordner von der Tribüne geleitet. Foto: imago images/Steffen Kuttner

Hammerstrafe für Toni Leistner: Wegen seiner Schubs-Attacke gegen einen pöbelnden Fan hat das DFB-Sportgerichden Abwehrchef des Zweitligisten Hamburger SV für drei Pflichtspiele gesperrt. Zudem muss der 30 Jahre alte Ex-Unioner zwei weitere Partien auf Bewährung absolvieren und 8000 Euro Geldstrafe zahlen..

Leistner hatte sich am Montag nach dem Pokal-Aus des HSV in Dresden (1:4) auf der Tribüne einen üblen Krakeeler gepackt und zu Boden gestoßen, der ihn zuvor grob beleidigt hatte. Da der Spieler bei seinem Blocksturm keinen Mund- und Nasenschutz getragen hatte, war dies zudem ein Verstoß gegen das DFB/DFL-Hygienekonzept.

„Wir werten dies als schwerwiegende Sportverfehlung, die Sperre gilt daher auch für den Ligabetrieb und nicht nur den DFB-Pokal“, sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts. „Wir hatten einerseits zu berücksichtigen, dass es sich beim Angriff auf einen Zuschauer um eine besonders schwerwiegende Verfehlung eines Spielers gehandelt hat, andererseits aber auch die Schwere der vorangegangenen Provokation zu würdigen.“

Leistner, der von vielen Kollegen im Netz verbale Unterstützung bekam, und der Fan haben sich inzwischen telefonisch ausgesprochen und jeder seinen Fehler eingesehen. „Für mich ist die Sache aus der Welt“, so Leistner. „Man muss ein Stück weit auch Verständnis für ihn haben. Wenn mich ein Mensch auf der Straße bedroht oder meine Familie bedroht, geh ich auch nicht normal weiter. Das ist ein Stück weit menschlich“, brach Unions Kapitän Christopher Trimmel eine Lanze für den Ex-Kollegen.

Kein Teamtraining für Leistner

Für Leistner habe zudem gesprochen, „dass er sportgerichtlich bisher noch nicht in Erscheinung getreten ist, er sein Fehlverhalten bedauert und aufrichtig um Entschuldigung gebeten hat. Die zusätzliche Geldstrafe ergibt sich aus dem Verstoß gegen das Hygienekonzept, den wir nicht bagatellisieren wollen“, sagte Lorenz.

Ganz schön hart das Urteil. Die Sperre gilt ab sofort, die Bewährungsfrist endet am 18. September 2021. Gegen das Urteil kann binnen 24 Stunden nach Zugang Einspruch beim Sportgericht eingelegt werden.

Der HSV hatte seinen Abwehrchef nach dem Vorfall von der Mannschaft separiert, um einer möglichen Ansteckung vorzubeugen. Leistner fuhr nicht mit der Mannschaft, sondern mit einem Begleitfahrzeug zurück und nahm seitdem auch nicht am Training teil.