Oliver Ruhnert lächelt schon geheimnisvoll, als Union Taiwo Awoniyi Ende Mai wieder verabschiedete. Imago/Contrast

Seit sieben Jahren ist er ein Spieler des großen FC Liverpool. Doch bislang trug Taiwo Awoniyi in keinem einzigen Spiel den Dress der Merseysider. Seit kurzem ist der Nigerianer zwar im Besitz einer Arbeitserlaubnis für das Vereinigte Königsreich, aber nach Lage der Dinge wird er wieder kein Spiel für das Team von Trainer Jürgen Klopp bestreiten. Denn der 1. FC Union holt den verlorenen Sohn nach Informationen des Kickers offenbar zurück!

Damit hatte keiner mehr ernsthaft gerechnet. Der LFC wollte den 23-Jährigen zwar diesen Sommer versilbern, aber ein erstes Angebot des RSC Anderlecht über rund 4,8 Millionen Euro lehnte der 19-fache englische Meister ab. Die Liste von Interessenten, die im für gewöhnlich nicht ganz schlecht informierten Liverpool Echo aufgereiht wurde, ist lang. Und besser betucht als die Eisernen scheinen die Konkurrenten allemal. Bis auf Mainz vielleicht. Aber es wurden Wolfsburg, Stuttgart, Fulham, Stoke und West Bromwich Albion genannt. Zudem die Glasgow Rangers. Und doch scheint Union-Manager Oliver Ruhnert das Unmögliche möglich gemacht zu haben, all diese Klubs auszustechen.

Awoniyi liebt Fischer wie einen Vater

Amtlich ist noch nichts! Offenbar hat aber da der Wunsch des Nigerianers kräftig mitgespielt, der sich bei Union pudelwohl gefühlt hatte, bei den Eisernen bleiben zu wollen. Nicht umsonst hatte er in einem seiner wenigen Interviews erklärt, dass Trainer Urs Fischer so etwas wie eine Vaterfigur für ihn gewesen sei in seiner Köpenicker Zeit.

Ohne seinen Muskelbündelriss, der ihn im Februar für 81 Tage außer Gefecht gesetzt hatte, wären Awoniyi bestimmt mehr als seine fünf Buden und drei Vorlagen in 21 Spielen geglückt. Zudem passt er perfekt in das kraftraubende, aber äußerst effektive Pressingspiel der Köpenicker. Und endlich einmal sesshaft werden zu können, nicht als Wandervogel alle zwölf Monate einen neuen Klub erleben zu müssen, kann seiner Entwicklung ja nur förderlich sein.

Union zahlt Rekordablöse

Über die Konditionen des Deals wurde zunächst nichts bekannt. Doch bei einem Transfer in dieser Größenordnung kann man getrost davon ausgehen, dass ein Ratengeschäft mit im Spiel ist. Was bei dem dann wohl Rekordtransfer der Eisernen – bisher 3,5 Millionen Euro für Tymoteusz Puchacz – auch dringend erforderlich scheint.

Mittlerweile sprechen mehrere Quellen von einer Ablöse von 6,5 Millionen Pfund, was umgerechnet 7,6 Millionen Euro wären. Zudem wurde eine Laufzeit von fünf Jahren bis 2026 kolportiert. Und der LFC wäre mit 10 Prozent an einem Weiterverkauf beteiligt. 

Neuzugang Nummer 12 wird also wohl nicht Frederik Rönnow, sondern ein alter Bekannter: Willkommen zurück, Taiwo Awoniyi.

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