Ehrliche Wertschätzung: Steffen Baumgart (l.) und Urs Fischer verstehen sich sehr gut. Nicht nur, was den Fußball angeht.  imago/Matthias Koch

Das erste Duell gibt Unions Trainer Urs Fischer ganz entgegen seiner sonstigen Art schon weit vor dem Anpfiff am Sonntag in Müngersdorf (17.30 Uhr, DAZN) als verloren an. Was das Thema Laufarbeit angeht, werde er erst gar nicht in einen Wettstreit mit Kölns Trainer treten wollen. „Das ist unmöglich, da mit Steffen Baumgart mithalten zu wollen. Da hätte ich ein bisschen trainieren müssen“, scherzte der Coach der Eisernen vor dem Aufeinandertreffen zweier Übungsleiter, die sich gegenseitig hoch schätzen und einander sehr viel Respekt entgegenbringen. 

Baumgart tobt ja bei Kicks für gewöhnlich wie ein Derwisch an der Außenlinie herum. Fischer ist da mehr der ruhige Part. „Der eine Trainer verhält sich so,  der andere so. Aber da ist eine Ehrlichkeit bei ihm. Das ist nicht gespielt. Da ticken Steffen und ich halt anders“, so der Schweizer Fußballehrer. 

Die Geißböcke sind seit dem Aufstieg in die Bundesliga so etwas wie der Lieblingsgegner der Eisernen. Vier Spiele, vier Siege. Gegen keinen  anderen Erstligisten hat Union eine derart weiße Weste. Im Duell Fischer gegen Baumgart hingegen ist die Blanz negativ für den Chefcoach der Köpenicker. Inklusive DFB-Pokal spielten ihre Klubs fünfmal gegeneinander. Für Fischer stehen da einem Erfolg zwei Unentschieden und zwei Pleiten gegen den seinerzeit von Steffen Baumgart trainierten SC Paderborn gegenüber.  

Malick Sanogo im Dress der eisernen Profis.  Foto: imago/Contrast
Länderspielehren für Sanogo

U19-Angreifer Malick Sanogo (17), der in der Sommervorbereitung auch Dauergast bei den eisernen Profis gewesen war, wurde vom US-Verband für die U20-Nationalelf nominiert, die vom 9. - 17. November in Mexiko beim Revelations Cup spielt. Dabei treffen die Amis auf den Nachwuchs von Kolumbien, Brasilien und den Gastgeber. Sanogo, der in New York geboren wurde, hatte jüngst im Oktober in Krefeld auch an einem Lehrgang der deutschen U18 teilgenommen.

Nur all zu logisch, dass der Schweizer daher lieber an die Erstliga-Geschichte gegen die Domstädter anknüpfen will denn an die persönlichen Begegnungen ihrer Teams. „Wir werden alles dafür tun, dass die Serie hält“, versprach Fischer.

Was nicht ganz so einfach wird. Denn der EffZeh unter Baumgart ist nicht mit dem zu vergleichen, der seit dem gemeinsamen Aufstieg in Deutschlands Eliteklasse vor sich hin dilettierte.  „Wenn wir vielleicht mal ihr Spiel gegen Hoffenheim weglassen (0:5/die Red.),  waren sie konstant unterwegs. Sie haben eine kompakte Spielweise mit hoher Intensität. Sie betreiben viel Aufwand und suchen immer wieder im Spiel nach vorne. Sie trauen sich, ins Eins zu Eins zu gehen, haben aber auch eine gute  Mischung im Spiel. Arbeiten auch mit langen Bällen. Sie machen das echt gut. Baumi hat das echt gut hinbekommen“, so Fischer über den heutigen 1. FC  Köln. 

Hoher gegenseitiger Respekt

Erschwerend kommt für Union hinzu, dass sich die Hoffnung auf ein Comeback von Max Kruse zerschlagen haben. Der exzentrische Superstar der Eisernen hatte sich über den Spieler-Streaming-Dienst Twitch schon abgemeldet. Fischer bestätigte die Nachricht nur noch: „Sonst sind alle an Bord. Aber bei Max kommt das Spiel ein, zwei Tage zu früh. Er ist aber auf sehr gutem Weg.“

Übrigens, der Respekt voreinander beruht voll auf Gegenseitig. Fischer ist für Baumi einer der besten Trainer der Bundesliga!„ Urs hat einen klaren Ansatz und kann gut mit den Jungs umgehen. Jeder wartet auf den Einbruch, aber der kommt nicht. Ich schätze und respektiere ihn“, so der einstige Publikumsliebling der Eisernen. 

Schade eigentlich, dass es nicht drei Punkte für beide geben kann. 

>>> Lesen Sie mehr zu den Eisernen